Für Fahrer von Löschfahrzeugen (und auch für kleinere Fahrzeuge wie Einsatzleitwagen) bietet die Landesfeuerwehrschule Hamburg eine eintägige Zusatzausbildung an, mit der die Sicherheit im Straßenverkehr noch erhöht werden soll. Bei der Veranstaltung am 26.10.2005 konnte ein weiterer Maschinist der FF Eimsbüttel an diesem Lehrgang teilnehmen.
Nach dem theoretischen Teil, bei dem es unter anderem um die auftretenden Kräfte in Problemsituationen und um realistische Anhaltewege bei verschiedenen Straßenverhältnissen ging, nahm die Praxis einen großen Teil ein. Dafür brachte jeder Teilnehmer ein Löschgruppenfahrzeug seiner Wehr mit.
Bei kleineren Übungen ging es um die Bewältigung verschiedener Situationen: Wenden eines LFs in einem sehr eng abgegrenzten Rechteck in möglichst wenig Zügen, Fahrt durch eine enge Gasse (nur wenige Zentimeter breiter als das Fahrzeug), rückwärts nur auf Grund von Handzeichen eines Einweisers und ohne Spiegel manövrieren.
Dann war zu zeigen, dass die Fahrer die Dimensionen ihres Fahrzeugs tatsächlich kennen. Dazu wurde nach Vorgaben des im Fahrzeug sitzenden Kameraden ein enges Tor verbreitert und erhöht, bis er meinte, hindurchfahren zu können.
Bei Fahrten in Kreisbahnen konnte jeder Teilnehmer als Fahrer und als Beifahrer erleben, bei welcher Geschwindigkeit man bei den voll beladenen Löschgruppenfahrzeugen mit ihrem hohen Schwerpunkt an Grenzen stößt. Dabei gab einer der Ausbilder über Funk Hinweise, wie weit noch beschleunigt werden konnte. Auf den Bildern ist der abgesteckte Kurs zu sehen: Bei der Fahrt außerhalb der Markierungen war - abhängig vom Fahrzeugtyp - eine Geschwindigkeit um 30 km/h, im Innenkreis bei ca. 24 hm/h möglich.
Es folgte die mehrfache Absolvierung eines Slalomkurses mit steigender Geschwindigkeit. Dabei erhielten die Maschinisten per Funk Informationen für Verbesserungen: Dichter an den Markierungen vorbeifahren, zwischen den Kurven kurz gerade aus fahren...
Danach ging es zum Thema "Vollbremsungen". Zunächst sollte jeder einschätzen, wie lang der Bremsweg eines modernen Löschfahrzeugs mit ABS bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h bei guten Straßenverhältnissen ist. Danach kam gleich für jeden der praktische Test dran. Alle hatten übrigens eine zu lange Strecke getippt. Dann wurde der etwas kürzere Bremsweg eines alten (und leichteren) LFs ohne ABS demonstriert: Unter diesen Umständen bewirkt das ABS eine Lenkbarkeit beim Bremsen, jedoch keine Verringerung des Bremsweges.
Und wie sieht es bei rutschigem Untergrund aus, wenn z. B. nasse Blätter auf dem Asphalt liegen? Auf bewässerten Gleitplanen konnte das getestet werden. Für die ersten Versuchen wurde mit 30 km/h angefahren. Schauen Sie sich die Videosequenz mit dem altem LF bei geringem Tempo bis zum Ende an, um einen Eindruck von der Länge der Plane zubekommen.
Dann wurde die Geschwindigkeit auf 45 km/h erhöht. Hierbei rutschte das Fahrzeug ohne ABS über das Ende der Plane hinaus und kam erst dann ruckartig zum Stehen.
Die Steigerung der Übungen: Mit bis zu 45 km/h auf ein Hinderniss zufahren, mit aller Kraft bremsen und dabei die aufgestellten Markierungen umfahren - natürlich nur mit ABS. Das muss von außen sehr eindrucksvoll ausgesehen haben, denn von Zivilisten auf dem Gelände gab es sogar Applaus.
Alle Teilnehmer beurteilten die Ausbildung positiv. Bemängelt wurde allerdings, das die Zeit insbesondere für den praktischen Teil viel zu knapp bemessen ist. Angeregt wurde eine Verlängerung auf 2 Tage.
Leider gibt es nicht von allen beschriebenen Situationen Bilder, denn meistens waren alle Teilnehmer gleichzeitig mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Hier wird nur eine Auswahl der vorhandenen gezeigt, dazu aus Platzgründen auch noch in geringer Qualität. Die Teilnehmer können alle Aufnahmen im Original z. B. auf einer CD erhalten und für eigene Dokumentationen verwenden, dazu bitte Kontakt über die Mailadresse webmaster@ff-eimsbuettel.de aufnehmen. Und wer weitere Aufnahmen gemacht hat, sollte die ebenfalls zur Verfügung stellen.
Aufnahmen: Lars Bergmann (FF Wellingsbüttel), Norbert Kölln
Text: Norbert Kölln