Auf Grund der Wetterlage wurden wir wegen Sturm- und Wasserschäden, sowie im Rahmen der Deichverteidigung (Sturmflut!) insgesamt 10-mal alarmiert.
Zur Lage:
Nachdem bereits im Februar eine Sturmflut mit 5,70 Metern Wasserstand Hamburg heimgesucht hat, kam es jetzt noch schlimmer. Und die Prognosen der verschiedenen Stellen für die Höhe der Flut differierten stark.
Der Orkan "Anatol" erzeugte einen Sturm, wie Hamburg ihn schon Jahre nicht mehr erlebt hatte. Schon am Nachmittag war die Feuerwehr deshalb pausenlos im Einsatz. Auch die FF Eimsbüttel war mit umgestürzten bzw. gefährdeten Bäumen, Lichtmasten und Gerüsten sowie losen Planen beschäftigt.
Außerdem drückte "Anatol" Wassermassen über die Deutsche Bucht in die Elbe. Glücklicherweise mit südwestlicher Windrichtung und damit nicht aus Nordwesten, was zu wesentlich höheren Wasserständen geführt hätte: Bei einer etwas anderen Zugbahn des Orkantiefs (über Hamburg und nicht 150 km weiter nördlich über Dänemark) und nördlicherem Windeinfall wäre das Wasser zwei Meter höher aufgelaufen. Trotzdem sollte gegen 0:30 Uhr ein Wasserstand von 6,50 Meter über Normal Null erreicht werden, also 4,5 Meter mehr als das mittlere Hochwasser.
Der Zentrale Katastrophenschutzdienst trat um 15 Uhr zusammen und tagte die ganze Nacht. Für die FF Eimsbüttel gab es kurze Zeit später den Auftrag, eine TEL (technische Einsatzleitung) zu besetzen. Die Innenbehörde forderte am Freitagabend auf, Gebiete vor den Deichen und hochwassergefährdete Gebiete sofort zu räumen.
Große Bereiche an der Elbe standen unter Wasser, die Polizei sperrte Straßen ab. Die Feuerwehren waren natürlich auch mit der Flut beschäftigt, die FF Eimsbüttel beispielsweise baute in einer Baustelle 2 Quellkaden aus 2 Paletten Sandsäcken und half mit, den 2 m unter Wasser stehenden Keller eines Bürogebäudes zu lenzen.
Das Hochwasser blieb in der Nacht zum Sonnabend um 23.15 Uhr mit 5,86 Meter über Normalnull nur etwa einen halben Meter unter der Rekordmarke aus dem Jahr 1976, übertraf aber den Wasserstand der Katastrophennacht von 1962 um 16 Zentimeter: Es war eine "schwere Sturmflut".