Einer unserer Einsätze während des Sturms am 26. Februar 2002 war besonders erwähnenswert und nahm viel Zeit in Anspruch (was zu einer geringen Anzahl der von uns abgearbeiteten Aufträge führte):

In einem engen Hinterhof an der Alsterdorfer Straße neigte sich eine ca. 25 m hohe Tanne bei jeder Sturmboe deutlich zur Seite, hob das Erdreich dabei an und drohte umzustürzen.

Drücken Sie auf den roten Knopf auf der Darstellung des Digitalen Meldeempfängers, um sich die Meldung anzeigen zu lassen, mit der wir alarmiert wurden! Das Kürzel "DRZF" darin bedeutet übrigens "Droht zu fallen".

In der folgenden Karte ist der ausgewählte Einsatzort markiert. Wegen des notwendigen Datenschutzes zeigt der Pfeil aber nicht direkt auf das betroffene Gelände.


In dieser Übersichtskarte ist der Ausschnitt markiert, den Sie oben als Straßenkarte sehen:

Ein Fällen des Baumes erschien uns unbedingt erforderlich, kam aber nicht in Frage: An keiner Seite war eine ausreichend große Freifläche vorhanden, in deren Richtung man den Stamm hätte lenken können.

Das stückweise Abtragen der Tanne von oben nach unten hätte den Einsatz einer Drehleiter oder eines Kranes erfordert, es gab aber keine Zufahrtmöglichkeit für Fahrzeuge. Und eine Sicherung des Baumes an den benachbarten Gebäuden erschien uns auf Grund der Bausubstanz nicht machbar.

Es blieb also nur übrig, alle Äste zu entfernen, die mit Hilfe von tragbaren Leitern erreichbar waren. Dabei konnte aber noch nicht einmal die theoretisch mit einer 3-teiligen Schiebleiter zu erreichende Höhe von 12 Metern ausgenutzt werden: Die Bewegungen des Baumes ließen ein Anlegen der Leiter an den Stamm nicht zu und mit zunehmender Höhe wurde die Arbeit wegen des Sturmes immer gefährlicher.

Aber würde diese Maßnahme reichen, war die Lageeinschätzung realistisch, gab es doch noch andere Alternativen? Vorsichtshalber ließen wir einen Einsatzführungsdienst der Berufsfeuerwehr anrücken (im nebenstehenden Bild rechts von unserem Wehrführer), der zu den gleichen Ergebnissen kam.

Also wurden 3 Maßnahmen in Angriff genommen: Die Warnung der Anwohner vor der Gefahr durch den Baum auch nach dem Abrücken der Feuerwehr, die Beseitigung der erreichbaren Äste zur Verringerung der Angriffsfläche für den Sturm und die Veranlassung des Einsatzes einer Spezialfirma nach Ende des Sturmes.

Zunächst wurden von einer Steckleiter aus die unteren Äste entfernt, bis der Einsatz der Schiebleiter möglich war. Danach wurde das Absägen von der Schiebleiter aus fortgesetzt, bis eine Höhe erreicht wurde, von der an die Arbeiten als zu riskant angesehen wurden. Ach ja: Aus Sicherheitsgründen wurde nur mit Handsägen gearbeitet, Motorsägen wurden nicht eingesetzt!


Beseitigung der untersten Äste von der Steckleiter aus

Die Arbeiten von der Schiebleiter aus erfolgten zusammen mit der Besatzung eines hinzugekommenen HLFs der Berufsfeuerwehr (Wache 16, von der auch der Zugführer kam).


Die Schiebleiter wird in Stellung gebracht


Blick in den engen Hinterhof


Einer der letzten Äste fällt

Für das überlassene Bildmaterial (die hier zu sehenden Fotos sind nur ein Teil davon) danken wir dem Fotografen, der nicht durch die Nennung seines Namens in den Vordergrund gestellt werden möchte!


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