Nur ein Wasserrohrbruch. Dafür ein eigener Einsatzbericht? Es war eben kein alltäglicher Fall. Bereits am 7. September 2003 begann kurz vor Mitternacht der Einsatz:

Ein Bewohner im Deelwisch im Stadtteil Lokstedt hatte bemerkt, daß Wasser in seinen Keller lief, und alarmierte die Feuerwehr. Da man in diesem tief gelegenen Bereich bereits früher Erfahrungen mit Überschwemmungen hatte, führte er es auf ein Überlaufen des kleinen Flusses Kollau zurück. So kam es zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt mit dem Hinweis "Kollau läuft über und in den Keller".

Vor Ort wurde erkannt, daß ein fast 5 Meter langer Riss in einer Hauptwasserleitung die Ursache für die Überschwemmung eines großen Gebietes und die Überflutung von letztlich knapp 40 Kellern und Tiefgaragen in der Nähe der Station Hagendeel der U-Bahn war. Und die Mitarbeiter der Wasserwerke hatten Probleme, den Wasserfluß schnell abzustellen. In der folgenden Karte wurden der betroffene Bereich und das in der Nähe befindliche Wasserwerk grob gekennzeichnet.

Zur Bewältigung der anstehenden Arbeiten wurde ungefähr eine halbe Stunde nach Einsatzbeginn zunächst mit der FF Niendorf eine weitere Wehr alarmiert. Und weil damit 2 Freiwillige Feuerwehren an diesem Einsatzort tätig wurden, wurde auch der zuständige Bereichsführer Eimsbüttel zugeordnet.

Wohin nun mit dem abzupumpenden Wasser? Die Abwassersiele waren überlastet, wie sich einige Zeit später herausstellte. Es blieb die Kollau als Ziel. Aber dazu mußte das Wasser von mehreren Stellen und zum Teil über längere Schlauchleitungen transportiert werden. Deshalb wurde ca. eine Stunde nach der letzten Alarmierung die FF Barmbek mit ihrem Schlauchwagen SW 2000 hinzugezogen (führt u. a. B-Schläuche mit einer Länge von zusammen 2000 m mit). Es folgte ein Führungsdienst der Berufsfeuerwehr (B-Dienst 20/1).

Als auch die bis dahin eingesetzten Kräfte noch nicht ausreichten, wurde auch die FF Stellingen alarmiert. Wegen der Größe des Einsatzes kam der Direktionsbereichsführer West hinzu. Auch weitere Kräfte der Berufsfeuerwehr wurden noch benötigt. Da Heizungskeller überschwemmt wurden, kam es zum Austritt von Heizöl. Deshalb wurde der Umwelt-Dienst der BF (U-Dienst) nach Lokstedt beordert. Außerdem wurden für Sicherungsmaßnahmen Sandsäcke benötigt, die von einem Wechselladerfahrzeug gebracht wurden. Aber auch andere Stellen wurden aktiv. So waren neben Mitarbeitern der Hamburger Wasserwerke auch welche der Umweltbehörde und von den HEW vor Ort.

Der Einsatz zog sich auf Grund der notwendigen Arbeiten in die Länge. Deshalb wurden später Einheiten zur Ablösung des bis dahin tätigen Wehren angefordert. Dazu ausgewählt wurden die Freiwilligen Feuerwehren Eidelstedt, Francop (mit SW 2000) und Eimsbüttel. Die folgende DME-Abbildung zeigt die Meldung, mit der die Mitglieder der FF Eimbüttel am 8.9. um 4 Uhr 36 aus den Betten gescheucht wurden:

Aus dem Text wurde wegen des notwendigen Datenschutzes die Hausnummer entfernt und der Familienname gekürzt. Die enthaltenen Abkürzungen WIK und EH stehen für "Wasser im Keller" bzw. "Einzelhaus". Zur Anzeige der nicht auf das Display passenden Zeilen muß auf einem realen DME der rote Knopf gedrückt werden. Diese Funktion bietet auch die obige Darstellung - probieren Sie es aus!

Der Meldungstext ist in einem solchen Fall der selbe, mit dem die erste Einheit alarmiert wurde. Deshalb ging aus ihm nicht hervor, daß es sich um eine Alarmierung zur Ablösung handelte. Und außerdem wurde noch die Information benötigt, über welche nicht durch Einsatzfahrzeuge oder Wasser blockierte Straße die Anfahrt erfolgen sollte. Deshalb lösten die Pieper kurze Zeit nach der Alarmierung mit diesen Infos erneut aus (der rote Knopf liefert auch hier wieder die folgenden Zeilen):

An der Einsatzstelle angekommen, bot sich der FF Eimsbüttel diese Lage: Viele der langen Schlauchleitungen waren bereits im Abbau. Hierbei lösten die Eimsbüttler die Kameraden ab. Die restlichen B-Schläuche wurden entwässert, von Hand aufgerollt und auf eine von einem Wechselladerfahrzeug der BF transportierte Mulde geladen.

Danach wurde der Wehr um 5:15 ein Haus im Wullwisch zugewiesen, in dem Wasser in eine Wohnung gelaufen war. Es stellte sich allerdings heraus, daß die Zufahrt zur angegebenen Adresse zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war. Und als das Wasser von der Straße abgepumpt wurde, lief auch das Wasser aus der Wohnung ab. So gab es dort für die FF Eimsbüttel zu diesem Zeitpunkt nichts zu tun. Aber mit weiteren Aufträgen war zu rechnen. Denn schließlich würden in Kürze immer mehr Leute aufstehen, von denen dann einige Wasser in ihren Kellern feststellen würden.

Aufgabe bis zur Erteilung anderer Aufträge: Weitere Unterstützung bei der Zurücknahme von Schlauchmaterial. Jetzt wurden zusammen mit Mitgliedern der FF Eidelstedt den Kameraden der FF Francop bei der Bestückung ihres Schlauchwagens geholfen. Mit einem per Elektromotor angetriebenen Schlauchwickelgerät wurden die B-Längen zunächst aufgerollt. Den Strom dazu lieferte der Stromerzeuger der FF Eimsbüttel. Anschließend wurden jeweils 9 Stück davon in Tragekörbe gepackt.

Dann ging es um 7:45 in den Deelwisch zum Lenzen eines ca. 70 Quadratmeter großen Kellers. Dort wurde das eingedrungene Wasser (Höhe ungefähr 15 cm) mit Hilfe einer Elektrotauchpumpe herausgepumpt und in ein aufnahmefähiges Siel geleitet. Auch Abzieher und Kastenschöpfer kamen zum Einsatz. In einem weiteren Keller im Deelwisch war der Wasserstand zu niedrig, dort konnte die Tauchpumpe nicht eingesetzt werden.

Anschließend meldete sich die FF Eimsbüttel wieder einsatzbereit, erhielt aber keinen Folgeeinsatz mehr. Jetzt wurde noch die Aufgabe übernommen, einen Stromerzeuger zum Feuerwehrhaus einer der bereits abgerückten Freiwilligen Feuerwehren zu transportieren.

Letztlich mußte noch eine Tankstelle angefahren werden, um den vom eigenen Stromaggregat verbrauchten Kraftstoff zu ersetzen. An der Wache wurden die Fahrzeuge dann wieder einsatzbreit gemacht.

Einige weitere Informationen können Sie einem Bericht der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg oder einem Artikel im Hamburger Abendblatt entnehmen.


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