Am 18.01.2004 wurden um 19:24 Uhr Kräfte der Feuerwachen 12 (Altona) und 13 (Rotherbaum), der B-Dienst 10/1 und die Freiwillige Feuerwehr Pöseldorf zu einen Brand in der Straße "Kleiner Schäferkamp" alarmiert: FEUY - Feuer, Menschenleben in Gefahr.
In der folgenden Straßenkarte ist der Einsatzort markiert. Darunter finden Sie eine Übersichtskarte, mit deren Hilfe sie den Einsatzort in das Stadtgebiet einordnen können.
![]() |
|
|
Kurze Zeit später wurde die Alarmstufe auf FEU2 erhöht. Ein zweiter Löschzug war erforderlich, denn es brannte der Dachstuhl eines 4-geschossigen Altbaus auf seiner gesamten Fläche von ca. 150 Quadratmetern. Erschwerend kam hinzu, dass sich der Altbau als eng und verschachtelt erwies, die Zufahrt ebenso. Das Feuer griff auch auf den Dachstuhl eines angrenzenden Hauses über und bedrohte das darunter liegende Geschoss, hölzerne Decken stürzten teilweise ein. Hinzu gezogen wurden daraufhin der Umweltdienst, Fahrzeuge der Wache 11 (Innenstadt) und weitere der Wache 12. Es folgte die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Eppendorf für die Wasserversorgung und auf Grund des Einsatzes von mehr als einer FF die des Bereichsführers Eimsbüttel. Da viele Atemschutzgeräte eingesetzt werden mussten, wurde ein Wechselladerfahrzeug WLF mit dem Absetzbehälter AB Atemschutz zur Einsatzstelle entsandt. Auch die Polizei war mit diversen Fahrzeugen vor Ort und sperrte die Straße komplett ab.
Da diverse Bewohner ihre Wohnungen verlassen mussten, wurde für deren vorübergehende Unterbringung am knapp über 0 Grad kalten Abend auch der Groß-Rettungswagen GRTW eingesetzt, zusätzlich standen Rettungswagen bereit. Letztlich waren es 26 Personen, die unverletzt evakuiert wurden. Sie wurden übrigens zwischenzeitlich in einem Lokal in der Nähe beherbergt, dessen Wirt dafür ein Dankeschön verdient hat! Wer von den Betroffenen selbst kein Ausweichquartier bei Verwandten etc. hatte, sollte vor Ort Hilfe von Mitarbeitern des Bezirksamtes Eimsbüttel bekommen.
| Um 20:03 Uhr wurde die Alarmstufe FEU3 ausgelöst. Nun kamen der A-Dienst, der Befehlswagen mit der FF Altona als Besetzung, der Löschzug der Berufsfeuerwehrwache 23 (Barmbek), die FF Eimsbüttel und der Direktionsbereichsführer West zum Einsatz. Drücken Sie auf den roten Knopf auf der Darstellung des Digitalen Meldeempfängers, um sich die Meldung anzeigen zu lassen, mit der die Eimsbüttler alarmiert wurden! |
|
Die Angehörigen der FF Eimsbüttel erhielten in dieser Phase die folgenden Aufgaben: Lösch- und Aufräumarbeiten (zum Teil unter Atemschutzmaske mit Filter), Einsatz einer Motorkettensäge und Unterstützung beim Aufbau einer Stromversorgung. Der Eimsbüttler Wehrführer übernahm während des Einsatzes gemäß einer vorher getroffenen Absprache als dienstältester und verfügbarer Wehrführer im Bereich die Aufgaben des Bereichsführers, da dieser und sein Vertreter nicht zur Verfügung standen.
Anfangs wurde die Brandbekämpfung auch über Drehleitern durchgeführt, bis zu 6 C-Rohre waren parallel im Einsatz. Für die Nacharbeiten wurden die Leitern zurückgenommen, statt dessen wurde der Feuerwehrkran verwendet. Er hob eine von einem WLF angelieferte Mulde zum Dachstuhl hoch, von dort konnte dann der Brandschutt hineingeladen werden. Gerade für den Kran waren die Verhältnisse sehr beengt. Er fuhr zunächst auf das betroffene Grundstück, konnte dort aber nicht vernünftig in Stellung gebracht werden. Also ging es zurück auf die Straße, wo er schon aufgerichtet wurde. Dann wurde er wieder in die Häuserschlucht gebracht. Auf Grund der relativ geringen Breite der Zufahrt berührten die ausgefahrenen Stützen fast die Wände. Die Einsatzkräfte mussten deshalb ständig über die Abstützungen klettern oder unter ihnen hindurch krabbeln.
Gegen 21:30 konnte der Feuerwehr-Einsatzzentrale von der Einsatzleitung vor Ort "Feuer unter Kontrolle" gemeldet werden. Da man aber noch von einer längeren Einsatzdauer ausgehen konnte, wurde wenig später die Versorgungskomponente der FF Ottensen-Bahrenfeld angefordert. Von den Kameraden wurden dann warme und kalte Getränke sowie Schokolade ausgegeben.
Zwischenzeitlich kam es im Brandobjekt zu einem Unfall. Eine bis dahin als sicher angesehene und von vielen Einsatzkräften genutzte Treppe brach zusammen. Unglücklicherweise gerade, als sich ein Kamerad der FF Eimsbüttel darauf befand. Er verletzte sich am Knöchel und wurde von einem bereitstehenden Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Wir wünschen ihm auch auf diesem Wege gute Besserung!
Gegen Ende des Einsatzes unterstützen die Eimsbütteler bei der Beseitigung von Löschwasser. In den betroffenen Wohnungen waren die Möbel mit Planen abgedeckt worden. Mittels Wassersaugern (vom AB Hafen) wurde das aufgefangene Wasser entfernt. Und letztlich wurde bei der Zurücknahme der Geräte (Kabeltrommeln, Schlauchleitungen, Wassersauger...) geholfen.
Da das Gebäude stromlos gemacht werden musste (HEW war vor Ort, der SAGA-Notdienst übrigens auch), setzte die Feuerwehr mehrere Stromerzeuger ein. Als bei diesen nach längerer Einsatzdauer das Benzin knapp wurde, half die FF Eimsbüttel beim HLF der Wache 13 mit ihrem Ersatzkanister aus. Weil aber weiterer Kraftstoff benötigt wurde, schickte die Einsatzzentrale auf Anforderung ein WLF mit dem AB "Kfz-Versorgung" in den kleinen Schäferkamp. So konnte auch der Eimsbüttler Ersatzkanister für alle Fälle gleich an der Einsatzstelle wieder aufgefüllt werden.
Bewohner des Brandobjektes bedankten sich im Vorbeigehen (Koffer etc. nach der Evakuierung in der Hand!) bei den Mitgliedern der FF Eimsbüttel für den Einsatz. Diesen Dank wollen wir hiermit an alle beteiligten Kräfte weitergeben - insbesondere an diejenigen, die in der heißen Anfangsphase Schlimmeres verhindern konnten!
Der Einsatz der FF Eimsbüttel endete gegen 1:15 Uhr nach der Rückkehr zur Unterkunft im Maienweg.
Ursache des Feuers ist nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes 44 Brandstiftung gewesen, Hinweise auf den/die Täter gibt es noch nicht. Die Ermittlungen der Brandermittler gehen weiter, Spuren werden ausgewertet, Anwohner befragt. Letztlich wurden 16 Wohnungen unbewohnbar.
Einige weitere Informationen können Sie einem Bericht der Feuerwehr Hamburg (mit Fotos), einer Pressemeldung der Polizei Hamburg, oder einem Artikel im Hamburger Abendblatt entnehmen.