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   Am Samstag, den 24. Januar 2004 war für 9:30 Uhr der Start einer 21 Jahre alten Maschine der Fluggesellschaft Nordic Airlink des Typs McDonnell Douglas MD-82 mit dem Kennzeichen SE-RBE vom schwedischen Flughafen Stockholm-Arlanda geplant. Es handelte sich um einen Charterflug mit 126 Passagieren nach Grenoble in Frankreich, wobei das Flugzeug mit seinen 162 Sitzplätzen also nicht voll ausgelastet war.
   
Gegen 10:50 Uhr hatte das Flugzeug schon eine ganze Strecke auf seiner Route zurückgelegt. Vermutlich passierte es auf der Luftstraße UN850 Kopenhagen westlich und flog über das Funkfeuer Michaelsdorf in den deutschen Luftraum ein. Die wahrscheinlich vorgesehene weitere Streckenführung verlief östlich von Hamburg, über die Funkfeuer in Warburg und Karlsruhe, dann über die Luftstraße UN869 und über die westliche Schweiz, westlich an Genf vorbei in Richtung Grenoble.


Die Karte zeigt andeutungsweise die vermutete Flugroute.

Als zu diesem Zeitpunkt im Bereich der hinteren Bordküche Brandgeruch festgestellt wurde, meldeten die Piloten einen Notfall und entschlossen sich zu einer Landung auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel.

   
Um 10:53 Uhr wurde die Einsatzzentrale der Feuerwehr Hamburg von der Flughafenfeuerwehr alarmiert. Diesen Informationen zufolge wurde ein Flugzeug vom Typ MD-80 erwartet, bei dem es vermutlich zu Rauchentwicklung in der hinteren Bordküche komme. Entsprechend der Situation und der Größe der Maschine (Leergewicht ca. 36,5 t, maximales Startgewicht fast 67 t; Spannweite knapp 33 m, Länge ca. 45 m) wurde das Ereignis als "großer Flugunfall" bewertet. Daraufhin erfolgten die Alarmierungen der vorgesehenen Einheiten:
  • Rettungswagen (Feuerwache Alsterdorf)
  • Notarztwagen (DRK)
  • 2 Löschzüge (Feuerwachen Alsterdorf und Barmbek)
  • B-Dienst (Ost)
  • Befehlswagen (ELW 3; Feuerwache Berliner Tor)
  • Umweltdienst (Technik- und Umweltwache)
  • A-Dienst
  • Leitender Notarzt
  • 3 Wechselladerfahrzeuge (Feuerwachen Altona und Billstedt bzw. Technik- und Umweltwache) mit Absetzbehälter "Pulver" und 2 Absetzbehältern "Schaum"
  • Freiwillige Feuerwehr Eimsbüttel
  • Freiwillige Feuerwehr Fuhlsbüttel
  • Fernmeldekomponente der Freiwilligen Feuerwehr Altona (zur Besetzung des Befehlswagens)
  • Bereichsführer Nord der Freiwilligen Feuerwehr

Klicken Sie auf den roten Knopf des dargestellten DME, um sich die jeweils nächsten Zeilen der Meldung anzusehen, mit der die Mitglieder der FF Eimsbüttel alarmiert wurden.   

   
Um 11:29 entstand das unten abgebildete Foto. Das Flugzeug war sicher gelandet und evakuiert worden. Verletzte gab es nicht. Eine Überprüfung ergab, dass sich ein Ofen in der hinteren Bordküche überhitzt hatte. So kamen Passagiere und Besatzungsmitglieder mit dem Schrecken davon.


Das Foto (C) Stefan Kunert / www.kunertus.com zeigt die Maschine nach der Landung. Klicken Sie hier, um sich das Bild in voller Größe ansehen zu können!

Die Fluggäste konnten am Nachmittag ihre Reise in einem Ersatzflugzeug fortsetzen.

Einige zusätzliche Informationen können sie diesen Zeitungsartikeln vom 26.01.2004 entnehmen:
Hamburger Abendblatt
Hamburger Morgenpost
Die Welt

In Zeitungen wurde das Flugzeug übrigens teilweise als DC-9 bezeichnet. Dabei handelte es sich um einen Irrtum: Die DC-9 wurde weiterentwickelt, nach mehreren Schritten entstand das Baumuster "DC-9 Super 80". Diese stark modifizierte Variante (verlängerter Rumpf, längere Tragflächen, neue Triebwerke...) erhielt dann die Bezeichnung MD-80. Spätere Typen (MD-81, -82, -83) bekamen u. a. noch stärkere Triebwerke.

Diverse Informationen zu diesem Bericht wurden von Benutzern im "MD-80 International Forum" beigetragen. Das oben gezeigte Foto der Maschine wird hier mit Genehmigung des Fotografen wiedergegeben. Vielen Dank!

Norbert Kölln


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