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Samstag, 28. August 2004, Ausbildungsdienst von 8 bis 15 Uhr ist angesetzt.
Es geht los mit ein wenig Theorie und der Vorbereitung des gemeinsamen Frühstücks.
Nachdem die Grundlagen für das Thema des Tages besprochen sind
und alles benötigte in den Fahrzeugen verstaut ist, geht es los zum Übungsort.
Dort angekommen, wird zunächst endlich das Frühstück in Angriff genommen.
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Einige Becher Kaffee sind gefüllt, die ersten Brötchen verteilt, als wir im Funk mitbekommen,
das um 9:29 Uhr ein Einsatz "FLUNFGR" (Flugunfall, groß, Großeinsatz Rettungsdienst)
auf dem Flughafen Fuhlsbüttel anläuft: Eine Maschine mit 14 Personen an Bord
hat irgendwelche Probleme mit der Einrichtung für den Umkehrschub,
die für das Abbremsen bei der Landung gebraucht wird
und deren Aktivierung während des Fluges katastrophale Auswirkungen haben könnte.
Für Einsätze dieser Art auf dem Flughafen Fuhlsbüttel sind wir mit eingeplant -
und weil wir mit der vorgesehenen größeren Übung noch nicht begonnen haben,
sind wir noch nicht außer Dienst gemeldet. Unsere digitalen Meldeempfänger (DME)
müssen gleich anspringen.
Schnell wird das Frühstück wieder eingeladen, Kaffeebecher wieder ausgegossen. Dann geht es los in Richtung Flughafen - zunächst ohne Sonderrechte, denn wir sind noch nicht alarmiert worden. Der Alarm kommt nach wenigen Metern. Es werden bei einem solchen Einsatz diverse Einheiten über DME alarmiert (zeitgleich womöglich auch noch andere zu weiteren Einsätzen), weshalb es für die zufällig letzten in der Liste relativ lange bis zum Auslösen der Alarmempfänger dauern kann. Und diesmal sind wir halt mal weit hinten in der Schlange.
Die Anfahrt verläuft problemlos. Einzige Besonderheit: Plötzlich überholt uns und ein hinter uns fahrendes Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr ein Fahrzeug der Polizei mit deutlich höherer Geschwindigkeit. Wir fahren schon auf der zweiten Spur und überholen andere Fahrzeuge, der Polizeiwagen überholt somit eine Kolonne von Feuerwehrfahrzeugen und fährt dabei auf der Gegenfahrbahn. Das uns einige Zeit folgende Löschfahrzeug biegt irgendwann ab, fährt es einen anderen Ort an? Nein, unsere Ortskenntnis auf Grund der jahrelangen Unterbringung in Flughafennähe lässt uns einfach den schnelleren Weg fahren. Auf dem Flughafen angekommen, stellen wir unsere Fahrzeuge im geplanten Bereitstellungsraum neben die bereits eingetroffenen Einheiten. Weitere kommen nach uns, darunter auch unser "Verfolger". Insgesamt sind, abgesehen von der Flughafenfeuerwehr, diese Einheiten bzw. Fahrzeuge alarmiert worden:
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Über Funk kommen die Nachrichten, bei der Maschine handele es sich
um eine 2-strahlige vom Typ "CRJ" und sie sei noch ungefähr 7 Meilen (ca. 11 km)
vom Flughafen entfernt. Somit sollten wir noch so ungefähr 2 Minuten Zeit
bis zum Aufsetzen haben. Doch da rollt sie schon an uns vorbei,
war sicher gelandet und hat einen Tross Flugfeldlöschfahrzeuge
der Flughafenfeuerwehr hinter sich. Die Entfernungsangabe erreichte die Einsatzkräfte
also etwas spät.
Bei der Maschine handelt es sich um einen Bombardier Canadair Regional Jet Typ CRJ-100 der Lufthansa. Wie sich herausstellt, war während des Fluges mit der Nummer LH3120 von Düsseldorf (Abflug planmäßig um 8:40 Uhr) nach Helsinki (Finnland; Entfernung ca. 1500 km; Ankunft geplant für 12 Uhr) eine nicht normal reagierende Anzeige für die Schubumkehr aufgefallen. Sicherheitshalber hatte sich die Crew für eine Notlandung in Hamburg entschieden, den geeignetesten Flughafen an der Flugstrecke, ca. 340 km vom Startpunkt entfernt.
Nach der Entwarnung werden wir zusammen mit den meisten anderen Einheiten
aus dem Einsatz entlassen. Zunächst fahren wir zurück zu unserer alten Unterkunft
in Alsterdorf, wo Kaffee nachproduziert und endlich das Frühstück eingenommen wird.
Danach geht es wieder zum vorgesehenen Übungsort.
Wegen des Zeitverlustes wird dann das Pensum etwas reduziert.
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Norbert Kölln