Am Freitag, dem 07.01.2005, gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) um 9:00 Uhr eine Vorwarnung heraus: Demnach wären am folgenden Tag orkanartige Böen möglich. Um 19:00 Uhr des selben Tages folgte dann eine amtliche Unwetterwarnung für Hamburg vor orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von 110 km/h (Windstärke 11) aus Südwest bis West. Beide Meldungen führten sofort zu entsprechenden Hinweisen auf diesen Webseiten. Wer am Morgen des 8. Januar dann im Internet beim DWD reinschaute, bekam die nebenstehende Grafik zu sehen, in der die rote Färbung auf Unwetter hinwies.

Um 14:54 Uhr erfolgte dann die erste Alarmierung für die FF Eimsbüttel: In der Susannenstraße (St. Pauli) hing eine große Markise schief und drohte herab zu stürzen, nachdem sich die Befestigung gelöst hatte. Die Markise wurde abgetrennt, die Stützen abgebaut.

Der nächste Alarm führte die Wehr nach Bahrenfeld in den Woyrschweg. Wie es zu der Meldung "Baum gegen Haus" gekommen war, blieb unklar. Tatsächlich stand ein ca. 3 m hohes und sehr marodes Bäumchen in einem Vorgarten. Es war so morsch, daß es wahrscheinlich durch den Wind umgeworfen werden würde - dabei konnte es auf den Gehweg fallen und im schlimmsten Fall Passanten verletzen. Also wurde es gezielt umgelegt. Muskelkraft reichte dazu völlig aus. Eine Kontrolle gleichartiger Bäume in der Siedlung ergab einen weiteren Problemfall der selben Art. Auch dieser kleine Baum wurde vorsorglich umgestürzt.

Danach ging es nach Othmarschen in den Rulantweg. An der Einsatzstelle drohte ein größerer Baum zu fallen, nachdem seine Bewegungen schon das Erdreich gelockert hatten. Hier kam eine Motorsäge zum Einsatz.

Den nächsten Einsatz gab es in der Straße "Große Bleichen" in der Innenstadt abzuarbeiten. Dort war ein mehrgeschossiges Gebäude eingerüstet. Der Sturm hatte bereits Teile der Planen losgerissen, die von den Kräften der FF Eimsbüttel entfernt wurden. Dabei stellte sich allerdings heraus, daß die Verankerungen des Gerüstes im oberen Bereich nacheinander losgerissen wurden und die Gefahr des Einsturzes bestand. Also wurde die Einsatzstelle zusammen mit der Polizei abgesperrt. Weitere Planen mußten entfernt werden, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten. Eventuell hätten sogar Teile demontiert werden müssen. Die Schwankungen des Gerüstes ließen allerdings sein Betreten nicht mehr zu. Deshalb wurde eine Drehleiter nachgefordert (sie kam von der Feuer- und Rettungswache Berliner Tor), um aus dem Korb heraus arbeiten zu können. Wegen des zunehmenden Windes und der bedrohlicher werdenden Bewegungen des Gerüstes wurde deren Einsatz in Absprache mit dem nachgerückten Zugführer der Wache Rotherbaum allerdings wieder verworfen. Eine vorübergehende Sicherung erfolgte vom Dach aus, bis die Mitarbeiter der an die Einsatzstelle beorderten Gerüstbaufirma aus dem Gebäude heraus weitere Befestigungen anbrachten und die Planen bargen.

Frickestraße / Wendloher Weg (Eppendorf). Dort sollten Dachpfannen vom Sturm auf die Straße geschleudert werden. Eine Suche an der angegebenen Stelle brachte keine Erkenntnisse, also wurde der Einsatz ohne Hilfeleistung abgebrochen.

Die letzte Alarmierung führte ein Löschgruppenfahrzeug in die Turnerstraße im Stadtteil St. Pauli: Ein ca. 3 m mal 1 m großes Blech hatte sich von einem Kamin gelöst und drohte auf die Straße zu fallen. Es wurde abmontiert, nachdem die Einsatzkräfte durch eine Luke auf das betroffene Dach gelangt waren.

Insgesamt gab es für die Feuerwehr Hamburg über 350 sturmbedingte Einsätze. Sie wurden für einige Zeit im sogenannten "Ausnahmezustand" abgearbeitet.


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