Nachdem es in der Wohnung eines 41-jährigen verwirrten Mannes im 3. Obergeschoß eines Altbaus in der Glashüttenstraße im Karolinenviertel (St. Pauli) bereits früher am Tag gebrannt hatte, wurde die Feuerwehr am Mittwoch, dem 1. Juni 2005, kurz nach 19 Uhr erneut dorthin gerufen - weil jemand im Treppenhaus Brandgeruch bemerkt hatte. Zunächst wurden der Löschzug Innenstadt und die Freiwillige Feuerwehr Pöseldorf alarmiert.

Die folgende Straßenkarte zeigt aus Datenschutzgründen den Einsatzort nur grob an, in der darunter liegenden Übersichtskarte ist der gezeigte Ausschnitt markiert.



Wegen des Feuers, das sich über das 4. OG bis ins Dach ausgebreitet hatte, mussten eine Mutter mit zwei Kindern aus dem ursprünglich betroffenen Geschoß per Drehleiter aus ihrer Wohnung gerettet werden. Auf Grund der Lage wurde die Alarmstufe erhöht. Nun kamen Kräfte der Wachen Altona und Rotherbaum hinzu, dazu der B-Dienst West (Einsatzführungsdienst) und der Umwelt-Dienst. Kurze Zeit später wurden die FF Stellingen und (weil mehr als eine FF eingesetzt wurde) der Bereichsführer Eimsbüttel zugeordnet. Auch der A-Dienst kam an die Einsatzstelle, beließ die Einsatzleitung aber beim B-Dienst.

Von innen wurde der Brand mit mehreren C-Rohren, von außen über 3 Drehleitern mit Wenderohren bekämpft (Klicken Sie das Bild an, um es in größerem Format ansehen zu können). Erschwert wurden die Anfahrt der Feuerwehrfahrzeuge und deren Einsatz durch die engen und zugeparkten Straßen sowie durch die dichte Bebauung.

Die FF Eimsbüttel wurde um 22:12 zur Ablösung der beiden zuvor eingesetzten Wehren alarmiert, der Löschzug Wandsbek löste die BF-Kräfte ab.

Drücken Sie auf den roten Knopf auf der Darstellung des Digitalen Meldeempfängers, um sich die Meldung anzeigen zu lassen, mit der die FF Eimsbüttel alarmiert wurde.

Unter anderem war noch wertvolle EDV-Ausrüstung aus einem Graphikdesign-Studio / Büro zu bergen, wurden Nachlöscharbeiten erforderlich, mußte die Einsatzstelle weiterhin ausgeleuchtet werden, waren Fenster eines benachbarten Gebäudes zu sichern (weil Brandschutt aus dem betroffenen Gebäude geworfen wurde) und letztlich galt es, die eingesetzten Geräte und Schläuche zurückzunehmen. Nach dem gemeinsamen Abrücken mit dem Löschzug der BF ging der Einsatz kurz nach 1 Uhr zu Ende.

Neben den bereits genannten Einheiten waren auch Wechselladerfahrzeuge der Wachen Altona und Billstedt mit Absetzbehältern "Atemschutz" für den Nachschub an Atemschutzgeräten und Atemfiltern sowie die FF Ottensen/Bahrenfeld zur Versorgung der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle.

Die Bilanz des Brandes: Der Mieter der Wohnung, von der das Feuer ausging, erlitt eine Rauchgasvergiftung. Insgesamt 30 Hausbewohner konnten auch nach Einsatzende nicht in ihre Wohnungen zurückkehren, da das Gebäude wegen der Einwirkungen des Feuers und durch Wasserschäden zumindest vorerst unbewohnbar wurde. Einige Bewohner zogen in ein Hotel, der Rest fand andere Unterkünfte. Diverse Bürogeräte wurden von ihren Besitzern geborgen und abtransportiert.

Der mutmaßliche Brandstifter wurde nach einer ambulanten Behandlung in Krankenhaus von der Polizei festgenommen. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl erlassen, er wurde in Untersuchungshaft genommen.

Weitere Berichte finden Sie dort:
- Artikel in der Hamburger Morgenpost vom 02.06.2005
- Artikel in der Zeitung "Die Welt" vom 03.06.2005
- Artikel im Hamburger Abendblatt vom 03.01.2006

Die FF Eimsbüttel bedankt sich bei Heiner Lahmann für das hier gezeigte Bild (und für das für unseren Fotowettbewerb eingereichte sowie für die weiteren zur Verfügung gestellten)!

Text: Norbert Kölln


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