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Ab und zu machen wir Ausbildung an einem Samstag. So haben wir mehr Zeit als bei einem
unserer üblichen Montagsdienste. Bis zum Nachmittag können wir z. B. zeitaufwändige Übungen
durchführen. Oder diverse kleinere, wie heute geplant. Um 8 Uhr ist Dienstbeginn.
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Die Vorbereitungen sind erledigt, der Wehrführer meldet die Wehr außer Dienst. Denn wir
fahren mit den Löschfahrzeugen zur Landesfeuerwehrschule in der Bredowstraße im Stadtteil
Billbrook, wo das Übungsgelände genutzt werden soll. Und damit sind wir weit abseits
unseres Reviers, das in einem solchen Fall von den benachbarten Wehren in Vertretung mit
abgedeckt wird.
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Wir treffen an der Landesfeuerwehrsschule ein. Bis zum Mittag absolvieren wir simulierte
Brandeinsätze. Zwischendurch gibt es Nachbesprechungen, ein Frühstück und kurze Pausen.
Dann wird die Heimfahrt angetreten. Die Wehr bleibt weiterhin außer Dienst, denn die
Flaschen unserer Atemschutzgeräte sind nach den Übungen leer.
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Wir stehen an der Ausfahrt der Landesfeuerwehrschule und warten darauf, das sich das
automatische Tor vollständig geöffnet hat. Da hält auf der Straße ein PKW. Der Fahrer steigt
aus und kommt zu uns. Er berichtet, dass er von der nahe gelegenen Brücke einen Öltank im
Wasser gesehen hat. Wir lassen uns den Ort näher beschreiben - er müsste vom
Übungsgelände aus zu erreichen oder zumindest zu sehen sein, denn dort gibt es auch einen
Liegeplatz am Kanal, an dem das Übungsschiff "Nixe" liegt. Wir fahren dorthin zurück.
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Vom Anleger aus bestimmen wir die ungefähre Position des gemeldeten Objektes, mehr ist
von dort aus nicht möglich. Von der Brücke in der Bredowstraße aus müsste eine nähere
Bestimmung möglich sein.
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Aus dem Blickwinkel von der Bredowbrücke scheint die nächste Straßenbrücke der bessere
Standort zu sein. Also geht es weiter.
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Von der Brücke der Halskestraße aus ist der Tank im Wasser gut zu erkennen. Nachdem sich
ein Teil der Mannschaft einen Weg durch dichtes Gebüsch und entlang des trocken gefallenen
Kanalrandes gebahnt hat, wird die Schadenslage erkennbar. Heizöl, Diesel oder eine ähnliche
Flüssigkeit ist ausgetreten und läuft weiter aus.
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Die zuvor genannten Uhrzeiten sind zumeist geschätzt. Aber von nun an werden die Zeiten
dokumentiert, da eine alarmierende Meldung an die Feuerwehreinsatzzentrale abgesetzt
wird: "Von Florian Hamburg Eimsbüttel: Standort Halskestraße / Halskebrücke, Öltank in
Tidekanal, Öl ausgelaufen, Umwelt-Dienst anrücken".
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Mittlerweile sind der Umweltdienst der Feuerwehr und die Wasserschutzpolizei mit einem
Streifenwagen eingetroffen. Während der Umweltdienst die Lage erkundet und weitere
Maßnahmen festlegt, entnimmt die Wasserschutzpolizei Proben und fotografiert den Tank
samt Umgebung.
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Über der Einsatzstelle schwebt für einige Minuten ein Hubschrauber der Polizei.
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Der Umweltdienst lässt von uns eine Rückmeldung an die Einsatzzentrale absetzen: "1000l-
Dieseltank im Wasser, Ölfilm auf Wasser, 1 HLF und 1 DL anrücken". Wir werden dem
Einsatz nachträglich zugeordnet, nun springen unsere Pieper an.
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Die Einsatzzentrale teilt mit, dass auch das Lösch- und Ambulanzboot 11 zum Einsatzort
entsandt wurde. Vor Ort stellt sich die Frage, ob es wegen des niedrigen Wasserstandes an
den Einsatzort herankommen kann.
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Ein HLF der Wache Billstedt trifft an der Einsatzstelle ein. Das mitgeführte Schlauchboot
wird einsatzbereit gemacht, die von uns eingesetzten Ölschlängel werden durch weitere von
diesem Fahrzeug ergänzt, einige Kräfte können nun mit Rettungswesten ausgestattet
werden.
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Die Drehleiter der Wache Billstedt kommt an. Sie wird auf der Brücke in Stellung gebracht,
um mit ihr das Schlauchboot auf den Kanal herablassen zu können. Dazu wird die Straße
kurzfristig gesperrt.
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Weiterer Funkverkehr lässt erkennen, dass in der Nähe ein anderer Einsatz anläuft: Dort ist
ein Bagger von einem Ponton mit Schlagseite ins Wasser gerutscht. Es wird deutlich, dass der
Tank an unserer Stelle auch von diesem Ponton stammt. Im weiteren Einsatzverlauf pendeln
der Umwelt- und der B-Dienst zwischen diesen beiden Einsatzteilstellen.
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Das Schlauchboot schwebt zur Wasseroberfläche herab, wird besetzt und zum Tank gepaddelt. Danach wird die Drehleiter am Straßenrand abgestellt, damit der Verkehr wieder fließen kann. | ||||||||
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Der zwischenzeitlich eingetroffenen B-Dienst West übernimmt die Einsatzleitung.
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Das Löschboot "Oberspritzenmeister Repsold" trifft ein. | ||||||||
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Die "Oberspritzenmeister Repsold" kann Dank der einsetzenden Flut langsam rückwärts - und damit mit dem am Heck montierten Kran - an den Tank heranmanövrieren. Jetzt ist auch ein Mitarbeiter der Umweltbehörde vor Ort. | ||||||||
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Der Kraneinsatz ist soweit vorbereitet, dass die Bergung beginnen kann. | ||||||||
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Der Tank ist in eine geeignete Transportposition gedreht - mit der Zapfeinrichtung nach oben - und hängt nun endgültig am Kran. Das Löschboot erhält den Auftrag, ihn zur anderen Einsatzstelle zu bringen und dort auf dem Ponton abzusetzen, der neben dem vollständig unter Wasser liegenden Bagger wieder stabil liegt. | ||||||||
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Das Schlauchboot fährt auf dem Tidekanal zum Anleger der Landesfeuerwehrschule. Die
Drehleiter wird dorthin beordert, um es aufzunehmen. Die von unserem Löschfahrzeug
entnommenen Ölschlängel werden durch Material vom HLF ersetzt.
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Das Löschboot fährt in Richtung Ponton ab. | ||||||||
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Nachdem die verschmutzen Hosen und Stiefel unserer Kameraden grob gereinigt sind,
verlassen wir als letzte Kräfte die Einsatzstelle in Richtung Feuerwehrhaus.
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Während wir auf der Rückfahrt sind, hat das LAB den Ponton erreicht und den Tank darauf abgesetzt. | ||||||||
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Wir sind zurück an unserer Unterkunft. Fahrzeuge und Ausrüstung werden wieder
einsatzbereit gemacht und gereinigt. Verschmutzte Einsatzkleidung wird für eine Reinigung
zusammengesammelt. Eine kurze Nachbesprechung, dann ist Feierabend.
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Fotos: Kremer
Text: Kölln