Am Samstag, dem 24. September 2005 startete der tägliche Nonstop-Linienflug KL 1779 der niederländischen Gesellschaft KLM (Abflug planmäßig um 10:00 Uhr) von Amsterdam Schiphol nach Hamburg. An Bord der Maschine vom Typ Fokker 100 waren 90 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder.

Hier ein Bild und einige Daten zu diesem Flugzeugtyp:


Klicken Sie dieses Bild einer Maschine des betroffenen Typs von Jan Heistermann (www.flugzeug-fotos.de) an, um es in größerem Format zu betrachten

Länge: 35,50 m
Höhe: 8,60 m
Spannweite: 28,10 m
Triebwerke: 2 (RollsRoyce)
Passagiere: maximal 101 laut Sitzeinteilung der KLM

   Um 11:10 Uhr sollte das Flugzeug planmäßig in Fuhlsbüttel landen. Kurz vorher gab der Pilot dem Tower Hinweise auf eventuelle Probleme mit dem Bugfahrwerk: Es roch nach dem Start im Cockpit nach verbranntem Gummi.

Wegen der möglichen Bruchlandung wurde der übrige Flugbetrieb auf dem Flughafen eingestellt. Auf Grund der Größe des Flugzeugs und der Anzahl der Personen an Bord wurde um 11:07 Uhr ein Alarm "Flugunfall, groß, Großeinsatz Rettungsdienst" ausgelöst (FLUNFGR). Dies führte zu einem Einsatz der folgenden Einheiten:

  • Flughafenfeuerwehr
  • 11 Fahrzeuge der Löschzüge 13 (Rotherbaum), 15 (Stellingen), 16 (Alsterdorf), 23 (Barmbek) und 24 (Sasel)
  • 3 Wechselladerfahrzeuge der Umwelt- und Technikwache sowie der Wachen 12 (Altona) und 36 (Süderelbe) mit 2 Absetzbehältern "Schaum" und einem Absetzbehälter "Pulver"
  • 7 Rettungswagen von verschiedenen Wachen
  • Organisatorischer Leiter Rettungsdienst
  • Großrettungswagen der Wache 12 (Altona)
  • Gerätewagen "Rettungsdienst" der Wache 15
  • Umwelt-Dienst
  • FL-Dienst, A-Dienst sowie die B-Dienste West und Ost (Einsatzführungsdienste)
  • Schnelleinsatzgruppe "Rettung" der Johanniter-Unfallhilfe
  • Notarztwagen des DRK
  • Leitender Notarzt
  • Befehlswagen
  • Freiwillige Feuerwehr Altona (Fernmeldekomponente zur Besetzung des Befehlswagens)
  • Freiwillige Feuerwehr Eimsbüttel
  • Freiwillige Feuerwehr Fuhlsbüttel
  • Freiwillige Feuerwehr Langenhorn
  • Bereichsführer Nord der Freiwilligen Feuerwehr
  • Direktionsbereichsführer West der Freiwilligen Feuerwehr

Klicken Sie auf den roten Knopf des dargestellten DME, um sich die jeweils nächsten Zeilen der Meldung anzusehen, mit der wir alarmiert wurden.   

Da die Liste der alarmierten Kräfte sehr lang war, beinhaltete die längenmäßig begrenzte Meldung unserer Pieper keinen Hinweis auf das vorliegende Problem. Deshalb bekamen unsere Leute erst am Feuerwehrhaus entsprechende Informationen. Denn dort lag die per Fax geschickte Einsatzdepesche bereit, unter anderem mit der Kurzbeschreibung "Fokker 100 mit 95 Personen     -- Fahrwerkprobleme --".

Viele der alarmierten Einsatzkräfte hatten sicherlich die dramatischen Bilder einer Notlandung zwei Tage zuvor in Los Angeles vor Augen (siehe vergrößerbares Bild aus unserem Fotowettbewerb). Dort gab es bei einem Airbus ebenfalls Probleme mit einem Fahrwerk. Welche Auswirkungen würde es hier geben?

Die angerückten Fahrzeuge begaben sich am Flughafen zu ihrem Bereitstellungsraum am Geschäftsfliegerzentrum, den die folgenden Bilder zeigen (Copyright: Jann Lach, FF Fuhlsbüttel; Klicken Sie sie für eine größere Darstellung an!).

Unsere erste Aufgabe auf dem Flughafen ist es, mit unserem FuKw einen Meldekopf einzurichten, der die ankommenden und abfahrenden Einsatzkräfte registriert und strukturiert:

  • Art, Zahl und Einsatzbereitschaft von Fahrzeugen registrieren,
  • Stärke, Qualifikation und Einsatzbereitschaft von Einsatzkräften registrieren,
  • Erteilung von Aufträgen auf Weisung der Einsatzleitung,
  • Einweisung in den Funkverkehrskreis an der Einsatzstelle,
  • Registrierung abrückender Käfte (z. B. Rettungswagen mit Patienten),
  • ...
Darüber hinaus können weitere Kräfte unserer Wehr natürlich mit anderen Aufgabe betraut werden.

Die Maschine landete um 11:19 Uhr sicher, verletzt wurde niemand. Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen und wurden nach dem Bustransport ins Terminal vom Flughafenpersonal betreut.

Eine erste Besichtigung der Maschine erfolgte durch ihre Besatzung und die Feuerwehr. Ungefähr eine halbe Stunde nach der Alarmierung stand fest, dass die Feuerwehrkräfte nicht mehr benötigt wurden. Daraufhin rückten die Fahrzeuge aus dem Bereitstellungsraum wieder ab. Techniker untersuchten die Maschine später weiter.

Bericht: Norbert Kölln

Die FF Eimsbüttel bedankt sich bei Jan Heistermann, Andrew Marino und Jann Lach für die Erlaubnis zur Verwendung ihrer Fotos!


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