Am Samstag, dem 09.07.2011 wurde die Feuerwehr kurz vor 12:30 wegen eines Feuers in einer Lagerhalle im Albert-Schweitzer-Ring im Stadtteil Tonndorf alarmiert. Zunächst rückten daraufhin ein Löschzug und die örtlich zuständige Freiwillige Feuerwehr aus.

Die folgende Straßenkarte zeigt den Einsatzort an, in der darunter liegenden Übersichtskarte ist der gezeigte Ausschnitt markiert.



Ein Rettungshubschrauber, der den Brandort überflog, gab der Einsatzzentrale eine Meldung über den Anblick aus der Luft. Daraufhin erhöhte die Einsatzzentrale die Alarmstufe auf Feuer 2 und entsandte einen 2. Löschzug, eine weitere FF und einen B- Dienst.


Diese Aufnahme vermittelt ein Bild von der enormen Rauchentwicklung. Klicken Sie ein Foto an, wenn Sie es in größerem Format betrachten wollen!

Weitere Erhöhungen der Alarmstufe erfolgten durch den noch auf der Anfahrt befindlichen ersten Löschzug und danach durch den B-Dienst, sodass der Einsatz letztlich als Feuer 4 mit entsprechend vielen Einheiten (u. a. 4 Löschzüge der Berufsfeuerwehr parallel im Einsatz) abgewickelt wurde. Es brannte ein Teil eines Hallenkomplexes, in dem Kunststoff-Produkte sowie CDs, CD-Hüllen und Computerspiele gelagert wurden.

Das Feuer drohte, auf mehrere angrenzende Gebäude überzugreifen, u. a. auf ein viergeschossiges Wohngebäude. Dies konnte verhindert werden. Problematisch bei den Löscharbeiten war, dass Halleteile durch die Brandeinwirkung einsturzgefährdet waren und z. T. dann auch einstürzten. Weitere Teile müssen später abgerissen werden.

Eingesetzt wurden diverse Wasserwerfer, B-, C- und Schaumrohre. Die dafür erforderliche Wasserversorgung erwies sich als schwierig, weshalb Versorgungsleitungen auch über ca. 2 km aufgebaut werden mussten. Der Verbrauch an Schaummittelkonzentrat war so groß, dass Wechselladerfahrzeuge mit Abrollbehältern "Schaum" Nachschub direkt vom Hersteller holen mussten. Da viele Einsatzkräfte unter Atemschutz arbeiten mussten, reichten die Bestände der Atemschutzgerätewagen (Wechselladerfahrzeuge mit entsprechenden Abrollbehältern) nicht aus. Sie pendelten deshalb zwischen Einsatzstelle und dem Technikzentrum der Feuerwehr, zusätzlich wurde ein Abrollbehälter mit Atemschutzgeräten in Gitterboxen bereit gestellt.


Auswirkung des Schaumeinsatzes.

Das Brandereignis hatte auch Auswirkungen auf die Umgebung: Eine Rauchwolke zog über mehrere Stadtteile, ihre Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Bahnlinie in unmittelbarer Nähe konnte nur mit reduziertem Tempo befahren werden. Über der Halle verlaufende Hochspannungsleitungen waren gefährdet und wurden z. T. beschädigt. Sie mussten teilweise abgeschaltet werden, was zu Stromschwankungen und -ausfällen mit entsprechenden Problemen führte.

Kräfte des THW legten mit ihren Radladern und einem Kettenbagger einsturzgefährdete Wände nieder und fuhren Teile der eingestürzten Halle auseinander, damit die Feuerwehr an die Glutnester gelangen konnte. Außerdem pumpten sie kontaminiertes Löschwasser aus einem Regenwasser- in ein Schmutzwassersiel. Sie verhinderten auch, dass sich der eingesetzte Schaum ausbreiten konnte. Außerdem wurde der Befehlswagen der Feuerwehr von einem Generator des THW mit Strom versorgt.


Einsatz am 1. und am 2. Tag.

Nachdem Teile der Hallen zusammengeschmolzen und wieder erkaltet waren, konnten sie - ebenso wie zu massive Stahl- und Betonbauteile - nicht mit dem technischen Gerät von Feuerwehr und THW zerlegt bzw. beseitigt werden. Deshalb wurde von den Grundeigentümern und Mietern in Absprache mit der Einsatzleitung ein Spezialunternehmen mit den entsprechenden Aufgaben beauftragt. Ein Vertreter dieser Firma kam vorab an die Einsatzstelle, der erste Tieflader mit schwerem Gerät wurde von der Polizei mit Sonderrechten dorthin begleitet, ein zweiter Transport folgte später. Erst im Rahmen des Einsatzes dieses Geräts konnten weitere Glutnester erreicht werden, die unterhalb eines eingestürzten Dachs lagen.


Eintreffen des 1. Baggers unter Polizeibegleitung.

Die lange Einsatzdauer machte eine Verpflegung und die mehrfache Ablösung der Einsatzkräfte erforderlich. Nachlösch- und Aufräumarbeiten waren auch noch am Folgetag erforderlich. Während des Einsatzes mussten Wachen der Berufsfeuerwehr von anderen BF-Kräften besetzt werden. Auf Seiten der Freiwilligen Feuerwehren griffen die Vertreterregelungen.

Die FF Eimsbüttel war mit ihrer Fernmeldekomponente am Einsatz beteiligt. Sie wurde am Sonntag um 6:15 alarmiert, damit sie ab 7 Uhr Fernmelder für den Befehlswagen stellen konnte. Dort besetzten die Kameraden bis 14 Uhr die Funk- und Telefonarbeitsplätze, dokumentierten den Nachrichtenverkehr, protokollierten Besprechungen mit den vom Brand betroffenen Firmen und unterstützten die Einsatzleitung.

Drücken Sie auf den roten Knopf auf der Darstellung des Digitalen Meldeempfängers, um sich die Meldung anzeigen zu lassen, mit der die FF Eimsbüttel alarmiert wurde.

Kurzeitig hatte der Befehlswagen kein Empfang im Mobilfunknetz (Telefon und Fax), weshalb die Telefonanlage des mitgebrachten Fernmelde-Gerätewagens in Betrieb genommen wurde. Später wurde der Befehlswagen wegen der vorherrschenden Windrichtung umgesetzt. Dabei brachte der Gerätewagen den zur Stromversorgung verwendeten Generatoranhänger des THW an die neue Position.


Umsetzen des Generatoranhängers.

Nachfolgend eine Aufzählung von eingesetzten Einheiten (Vollständigkeit und Korrektheit kann nicht garantiert werden):

Links zu Berichten zum Einsatz:
Meldung der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg
Meldung der Polizei
Meldung des THW Hamburg
Artikel im Hamburger Abendblatt
Artikel in der Hamburger Morgenpost
Artikel in der Welt
Meldung bei NonstopNews
Meldung bei rtn - radio tele nord

Fotos: Jens Ode (Vielen Dank dafür!)
Text: Norbert Kölln


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