Luftschutzhilfsdienst

Unter dem Eindruck des zweiten Weltkriegs wurde in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1957 der Luftschutzhilfsdienst (LSHD) als Teil des Katastrophenschutzes gegründet. Er sollte u. a. Schäden durch Luftangriffe vorbeugen und nach Luftangriffen Menschen, Tiere und Sachwerte retten, Schäden feststellen sowie Infrastruktur instand setzen.

LSHD-Einheiten wurden in 97 Großstädten aufgestellt und durch die Bundesländer mit überörtlichen Einheiten ergänzt. Das Personal war in der Regel ehrenamtlich und oft gleichzeitig in anderen Organisationen tätig. Vorgesehen war eine Stärke von 1,5% der Bevölkerung der Aufstellungsorte, was eine theoretische Personalstärke von ungefähr 300.000 (Hamburg: 27.000) bedeutet hätte.

Der LSHD war in mehrere Fachbereiche aufgegliedert:
- ABC-Dienst
- Bergungsdienst
- Betreuungsdienst
- Brandschutzdienst
- Fernmeldedienst
- Lenkungs- und Sozialdienst
- Sanitätsdienst
- Veterinärdienst

Mit dem Gesetz zum erweiterten Katastrophenschutz endete 1965 die Aufstellung neuer LSHD-Einheiten, bestehende wurden in den Katastrophenschutz der Bundesländer integriert. 1972 wurden 31 LSHD-Einheiten als neue Freiwillige Feuerwehren in die Feuerwehr Hamburg eingegliedert.


LSHD-Fernmeldedienst

Der Luftschutz-Fernmeldedienst sollte nach einem Luftangriff die Kommunikation zwischen den Stellen des LSHD wiederherstellen und aufrecht erhalten. Außerdem sollte er Kommunikationsverbindungen zwischen Bereitschaften sowie deren Bereitstellungsräumen herstellen und koordinieren. Die Fernmelder waren dabei in Luftschutz-Fernmeldezügen (ohne Fahrzeuge) und motorisierten überörtlichen Luftschutz-Fernmeldezügen organisiert.


Motorisierte überörtliche LSHD-Fernmeldezüge

Vorgesehen war beim überörtlichen LSHD je ein motorisierter Luftschutz-Fernmeldezug (kurz LS-FMZ [mot]) für jeweils 6 bis 8 Bereitschaften. Bundesweit wurden ca. 120 solcher Züge aufgebaut.

Die Ausstattung eines LS-FMZ [mot] war festgehalten in der Stärke- und Ausrüstungsnachweisung STAN 801. Hier eine grobe Übersicht:
  Fahrzeug Aufgabe Ausstattung (Auszug) Personal
Zugführung Personenkraftwagen (0,25t, geländegängig) Führung des Zuges Funkgerät, Teleskopantennenmast, Strahlenmessgerät 1 Zugführer
1 Helfer (zugleich Sanitäter)
1 Kraftfahrer (zugleich Fernsprecher)
Versorgungskraftwagen (mittlerer LKW, 3,5t, zu beordern) mit Feldkochherd FKH (Anhänger, entwickelt für den Zivilen Bevölkerungsschutz) Versorgung und Verpflegung des Zuges Zubehör für FKH 1 Gruppenführer (zugleich Koch)
1 Kraftfahrer (zugleich Fernsprecher)
Lade- und Instandsetzungs-Kraftwagen LuIKw (leichter LKW, 1,7t, entwickelt für den Zivilen Bevölkerungsschutz) Wartung, Pflege und Reparatur der Ausstattung des Zuges Ladegerät, Feldfernsprecher, Prüfgeräte, Werkzeuge, Ersatzteile 1 Geräteverwalter
1 Kraftfahrer (zugleich Fernsprecher)
1. Gruppe (Fernsprechgruppe) Fernsprech-Kraftwagen FeKw (leichter geländegängiger LKW, 0,75t, entwickelt für den Bundesgrenzschutz) Verlegen eigener Fernsprechnetze sowie Betreiben von Fernsprechvermittlungen Feldvermittlung, Feldfernsprecher, Baugerät, Leitungsmaterial, Schreibgerät, Ersatzteile 1 Gruppenführer
4 Fernsprecher
1 Kraftfahrer (zugleich Fernsprecher)
2. Gruppe (Fernsprechgruppe) Fernsprech-Kraftwagen FeKw (leichter geländegängiger LKW, 0,75t, entwickelt für den Bundesgrenzschutz) Verlegen eigener Fernsprechnetze sowie Betreiben von Fernsprechvermittlungen Feldvermittlung, Feldfernsprecher, Baugerät, Leitungsmaterial, Schreibgerät, Ersatzteile 1 Gruppenführer
4 Fernsprecher
1 Kraftfahrer (zugleich Fernsprecher)
3. Gruppe (Funkgruppe (UKW)) Funk-Kraftwagen FuKw (leichter geländegängiger LKW, 1,5t, entwickelt für den Bundesgrenzschutz) Herstellung eigener Funkverkehrskreise sowie Überleitung von Verbindungen Funk / Telefon 2 Funkgeräte, Relaiszusatz, Teleskopantennenmast, Stromversorgung, Feldfunkvermittlung, Feldfernsprecher, Werkzeuge, Schreibgerät, Ersatzteile, Strahlenmessgerät 1 Gruppenführer
4 Funker
1 Kraftfahrer (zugleich Funker)
Summen 6 Kraftfahrzeuge     25 Personen


Der 3. LS-FMZ [mot] in Hamburg

In Hamburg wurden in der ersten Aufbaustufe des LSHD in jedem der 8 Luftschutzabschnitte (entsprachen weitgehend den Bezirken; 1 - Mitte, 2 - Altona, 3 - Eimsbüttel, 4 - Nord, 5 - Wandsbek, 6 - Bergedorf, 7 - Harburg, 8 - Hafen) jeweils ein LS-FMZ [mot] aufgestellt, dazu einer unabhängig von dieser Untergliederung.

Der im Bezirk Eimsbüttel aufgebaute motorisierte Fernmeldezug erhielt entsprechend der Nummer des Luftschutzabschnitts die Kurzbezeichnung 3. LS-FMZ [mot]. Stationiert war er im Stadtteil Lokstedt auf dem Betriebsplatz Bötelkamp 15. Die LSHD-Fahrzeuge standen dort zunächst im Freien, bis ca. 1967 Garagen für sie gebaut wurden.

Im Rahmen der Übernahme der LSHD-Einheiten in den Katastrophenschutz der Bundesländer konnten sich auch die Mitglieder des 3. LS-FMZ [mot] entscheiden, ob und welcher daran beteiligten Organisation sie sich anschließen wollten. Sie entschieden sich für die Feuerwehr und so entstand mit der Übergabe der Gründungsurkunde am 21.10.1972 die FF Eimsbüttel mit 21 Mitgliedern.


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