Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Eimsbüttel

1870 bis 1989

Die erste Erwähnung einer Feuerwehr in Eimsbüttel stammt aus der Zeit um 1870. Damals nannte man die Feuerschützer wegen ihres weißen Dienstanzuges noch 'Wittkittel'.

Die heutige FF Eimsbüttel wird am 21.10.1972 von 21 Mitgliedern des damaligen 3. Fernmeldezug im Luftschutzhilfsdienst (LSHD) gegründet, einem Bestandteil des 'Zivilen Bevölkerungsschutzes' (ZB). Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch 3 Männer in der Ehrenabteilung der Wehr.

Anfangs besteht die Aufgabe der FF Eimsbüttel hauptsächlich darin, Fernmeldeverbindungen (Funk und Telefon) aufzubauen und zu betreiben. Dafür stehen folgende Fahrzeuge zur Verfügung:
1 Funkkommandowagen FuKoW Typ DKW Munga F 91/4,
1 Lade- und Instandsetzungskraftwagen LuIKw Typ Borgward B 611-O (Otto-Motor, Baujahr 1961),
2 Fernsprechkraftwagen FeKw Typ Borgward B 2000 A-O (Allradantrieb, Otto-Motor, Baujahr 1961),
1 Funkkraftwagen FuKw Typ Borgward B 2000 A-O (Allradantrieb, Otto-Motor, Baujahr 1961).
Alle Fahrzeuge sind zu diesem Zeitpunkt bereits 10-12 Jahre alt und waren bereits bei der Flutkatastrophe 1962 in Einsatz.

Als 'Fernmelder' werden die Männer der FF Eimsbüttel beim Waldbrand in Niedersachsen sowie bei der Sturmflut 1976 eingesetzt.

Ab 1977 wird das Aufgabengebiet der FF Eimsbüttel erweitert: Der Befehlswagen der Feuerwehr (eine fahrbare Einsatzleitung) wird im Wechsel mit anderen 'Fernmeldewehren' bei größeren Einsätzen von der FF Eimsbüttel besetzt. Aus dieser Zeit sind neben vielen Dachstuhlbränden und sonstigen Großeinsätzen folgende Einsätze erwähnenswert:
1980    Großfeuer im Curio-Haus
1981 Großfeuer in einer Holzfabrik in Wilhelmsburg. Bei diesem Einsatz ist die FF Eimsbüttel 28 Stunden lang im Einsatz. Abgelöst wird intern jeweils nach 6 Stunden.
1983 Feuer im Schauspielhaus und Feuer im Kühlhaus Wilhelmsburg
1984 Großfeuer im 'Salambo' auf St.Pauli
1985 Großalarm in der Deichstraße. Helga Feddersen bringt den Einsatzkräften heißen Tee.
1987 Die FF Eimsbüttel rückt innerhalb eines Monats zu 8 Großeinsätzen aus


1990 bis 1999

1990 wird die FF Eimsbüttel nach der 'Wende' umstrukturiert. Die inzwischen auch im Brandschutz ausgebildeten Männer der FF Eimsbüttel erhalten ein Löschfahrzeug 'LF 16-TS' (ohne Wassertank) und müssen dafür 3 ihrer Fernmeldefahrzeuge abgeben. Die FF Eimsbüttel wird in den Brandschutz zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr integriert. Zunehmend werden auch Einsätze wie 'Wasser im Keller' und 'Baum auf Straße' übernommen. Die Besetzung des Befehlswagens läuft noch bis 1992 weiter.

1995 tauscht die FF Eimsbüttel ihr 'altes' LF 16-TS gegen ein etwas neueres LF 16, diesmal mit Wassertank. In der Silvesternacht fährt die FF Eimsbüttel 5 Feuereinsätze.

1996 erreicht die FF Eimsbüttel ihre Anerkennung als Brandschutzwehr. Sie darf ab sofort auch ohne Unterstützung durch die Berufsfeuerwehr alleine zu Brandschutzeinsätzen eingesetzt werden.

Im September wird die FF Eimsbüttel während des Wachdienstes zusammen mit dem Zug 13 zu einem Feuer in der Schanzenstraße alarmiert. Beim Eintreffen steht bereits der linke Teil des oberen Geschosses einer ehemaligen Fabrikhalle im Vollbrand. Der Zugführer 13 löst 3. Alarm aus. Zug 13 führt mit FF Eimsbüttel die ersten Maßnahmen durch. Dabei werden die Trupps teilweise gemischt (1 BF + 1 FF). Durch vergitterte Zugänge kann das Feuer zunächst nur von der linken Seite und von außen bekämpft werden. Wenn Sie hierzu einige Video-Sequenzen ansehen möchten, so klicken Sie hier.

Im Winter 96/97 ist die Alster mal wieder so zugefroren, dass an einem Wochenende die Alster offiziell zur Begehung freigegeben wird und das 'Alster-Eisvergnügen'' stattfinden kann. Dabei wird die FF Eimsbüttel in der 'Leitstelle Alster' eingesetzt und übernimmt an einem Tag zusätzlich eine Rettungsstation auf dem Eis.

1997 wird das bisherige Löschfahrzeug wieder getauscht. Diesmal erhält die FF Eimsbüttel ein noch moderneres 'Hansa-Löschfahrzeug'. Mit diesem Fahrzeug hat die Wehr in 1997 insgesamt 48 Einsätze abgewickelt, viele davon bei den großen Regenfällen im Juni und August. Am 21.10.1997 besteht die FF Eimsbüttel 25 Jahre. Das wird gebührend gefeiert.

Das Jahr 1999 ist auch bei der Feuerwehr geprägt durch die Vorbereitungen auf den Jahreswechsel 1999/2000. Die Feuerwehr sammelt alle verfügbaren Informationen über Teiche, Kanäle und sogar Hallenbäder, aus denen bei Ausfall der Wasserversorgung im Notfall Wasser entnommen werden kann. Weiterhin werden Standorte für Funkantennen erkundet und 'ausgeleuchtet' um gegen Ausfall der Funkversorgung in der Silvesternacht gewappnet zu sein. Alle Feuerwachen werden mit Notstromaggregaten ausgerüstet. Aber wie bekannt ist ja alles gutgegangen.

Ziemlich unerwartet erhält die FF Eimsbüttel im Dezember 1999 eines von 6 an Hamburg gelieferte DEKON-P-Fahrzeugen (Fahrzeug zur Dekontamination von Personen), allerdings noch ohne Beladung. Die Ausrüstung soll Anfang 2000 nachgeliefert werden.

Derzeit ist die FF Eimsbüttel noch immer am Maienweg in Alsterdorf stationiert. Von da aus ist eine effektive Hilfe für die Bürger Eimsbüttels wegen der langen Anfahrt nicht möglich. 1999 wird die intensive Suche nach einem geeigneten Grundstück zusammen mit dem Bezirksamt wieder aufgenommen. Viele Grundstücke werden erkundet, geprüft und wieder verworfen.


2000 bis jetzt

Anfang 2000 kristallisiert sich als möglicher Standort für ein Feuerwehrhaus in Eimsbüttel ein Grundstück an der Ecke Paciusweg / Kieler Straße heraus. Hierauf konzentrieren sich die Bemühungen.

Im November 2000 wird endlich die immer noch fehlende Beladung für das DEKON-P-Fahrzeug ausgeliefert. Dieses Fahrzeug bietet mit seiner Ausrüstung die Möglichkeit, am Rande eines kontaminierten Gebietes Personen, die das Gebiet verlassen, zu reinigen. Dafür stehen u.a. ein aufblasbares Zelt mit Duschen, ein Aufenthaltszelt, ein dieselbetriebener Warmwasserbereiter, ein 5kVA-Stromerzeuger, Wannen und Behälter für kontaminiertes Wasser zur verfügung.

Ende November 2000 übernimmt die FF Eimsbüttel die Betreuung für ein zusätzliches Hansa-LF (Baujahr 1979), das als 'Pool-LF' kurzfristig an Freiwillige Feuerwehren 'ausgeliehen' wird, deren wasserführendes LF längerfristig ausfällt. Das passiert innerhalb des nächsten Jahres mehr als 15 mal.

Im März 2001 wütet in England die Maul- und Klauenseuche. Die FF Eimsbüttel wird mit dem DEKON-P zur Desinfektion der Fahrzeuge eingesetzt, die in Hamburg die Englandfähre verlassen.

Ebenfalls im März gibt es einen Großbrand (4. Alarm) in einem ehemaligen Kühlhaus in der Hammerbrookstraße. Das Feuer brannte mehrere Tage lang. Hier wird die FF Eimsbüttel zur Brandbekämpfung eingesetzt. Außerdem wird unser aufblasbares Zelt des DEKON-P bei diesem Einsatz als Aufenthaltszelt eingesetzt.

Im Frühjahr 2002 wird das 'Pool-LF' der FF Eimsbüttel als festes 2. LF zugeordnet. Damit verfügen wir vorübergehend über folgende Fahrzeuge:
1 LF16 'Hansa', Mercedes 1222, Baujahr 1985
1 LF16 'Hansa', Mercedes 1019, Baujahr 1979
1 GW-FM (FUKW), Mercedes 407 D, Baujahr 1982
1 DEKON-P, MAN 10-163, Baujahr 1999
Wenn es mit dem Umzug nach Eimsbüttel endlich klappt, werden wir allerdings eines der 'Sonderfahrzeuge' wieder abgeben.

Die Einsätze des Jahres 2002 sind geprägt durch heftige Unwetter. Im Februar rückt die FF Eimsbüttel zu 10 Sturmeinsätzen aus. Es sind herabgestüzte Bäume und Äste zu beseitigen. Im Juli sind nach Starkregen vollgelaufene Keller zu lenzen. Anfang August kommt es dann ganz dick: Nach schweren Unwettern haben wir innerhalb von 28 Stunden 42 Einsätze abzuarbeiten, hauptsächlich umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller. Darunter ist auch ein Teich, der überzulaufen droht. Mit beiden LF’s werden ca. 300.000 Liter Wasser abgepumpt.

Später im August bricht über Deutschland eine Hochwasserwelle herein, die auch Dresden, die Partnerstadt Hamburgs, schwer in Mitleidenschaft zieht. Gleich mit dem ersten Unterstützungskonvoi aus Hamburg am 14.8. ist auch eine Mannschaft und der DEKON-LKW der FF Eimsbüttel mit dabei, voll geladen mit Pumpen, Schläuchen, dem aufblasbaren Zelt und dem dazugehörigen Elektroequipment. Die Mannschaft bleibt 4 Tage in Dresden und wird u. a. beim Schutz des Schlosses Pillnitz eingesetzt. In der darauffolgenden Woche fährt wieder eine Mannschaft nach Dresden, diesmal zur Besetzung des Befehlswagens, einer aus Hamburg mitgeführten fahrbaren Einsatzleitstelle. Am folgenden Wochenende macht sich eine Gruppe auf zum Schutz der Deiche nach Viehle im Landkreis Lüneburg, wird aber nicht mehr eingesetzt.

Aber auch in Hamburg geht es noch weiter. Im Oktober fegt ein schwerer Sturm über Hamburg. Wieder wird der Ausnahmezustand ausgerufen. Diesmal sind wieder Bäume zu beseitigen (teilweise auf PKW’s gestürzt), ein Gerüst ist zu sichern und Dachteile gegen Herabstürzen zu sichern. Bei diesen Einsätzen werden wir von einem Kamerateam des ZDF begleitet. Der Bericht läuft im ZDF dann mittags und abends in einer Sondersendung sowie als Kurzbericht in den ’Heute-Nachrichten’ und im ’Heute-Journal’. Diese Einsatzflut führt zu einem Einsatzrekord für die FF Eimsbüttel in 2002. Es werden insgesamt 135 Einsätze abgearbeitet (zum Vergleich: in 2001 waren es 33).

Zum Jahresende wird die Planung des neuen Standortes in Eimsbüttel immer konkreter. In der Bezirksversammlung gibt es einen Beschluss aller Parteien, so schnell wie möglich für die FF Eimsbüttel ein Feuerwehrhaus im Ortsteil zu errichten. Im Oktober wird das dafür vorgesehene Grundstück geräumt. Das Bezirksamt führt Gespräche mit möglichen Bauträgern.

In der Silvesternacht 2002/2003 fährt die FF Eimsbüttel 11 Brandeinsätze.

Zwischen dem 6.2. und dem 14.3.2003 rückt die FF Eimsbüttel 4mal zu Einsätzen 'FLUNFGR' zum Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel aus. Glücklicherweise sind alle Maschinen sicher gelandet.

Auf dem Osterstraßenfest im Mai präsentiert sich die FF Eimsbüttel an beiden Tagen an der Kreuzung Osterstraße / Heußweg. Während des Festes wird bei 3 Notfällen die Erstversorgung durchgeführt und ein Zaun gesichert, der umzustürzen droht. Viele Kinder und Jugendliche melden Interesse an einer Mitgliedschaft in der neu zu gründenden Jugendfeuerwehr Eimsbüttel an.

Im August drohen viele Jungbäume in Eimsbüttel wegen der lang anhaltenden Hitze abzusterben. Die FF Eimsbüttel bewässert diese Bäume in Abstimmung mit dem Gartenbauamt. Diese Aktion wird insgesamt 7 mal durchgeführt.

Im September wird ordentlich die Werbetrommel gerührt. Es wird ein großes Banner mit dem Slogan 'Die Freiwillige Feuerwehr kommt nach Eimsbüttel' bei Karstadt Eimsbüttel an der Ecke Heußweg / Osterstraße gut sichtbar aufgehängt. Parallel dazu werden Plakate in der Osterstraße und Umgebung in den Schaufenstern vieler Geschäfte aufgehängt.

Auch mit dem neuen Feuerwehrhaus an der Ecke Paciusweg / Kieler Str. tut sich etwas: Anfang des Jahres wird durch das Bezirksamt ein Investor für den Bau der Quartiersgarage mit dem Feuerwehrhaus ausgewählt. Im April legt dieser den ersten Entwurf vor. Dieser wird bis Juli in die endgültige Form gebracht. Dabei fließen unsere Wünsche und Anregungen voll mit ein. Anfang September wird der Bauantrag gestellt. In 2004 wird mit den Bauarbeiten begonnen und das neue Feuerwehrhaus ist noch im selben Jahr bezugsfertig.


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