Übergabe eines LF 16-TS an den Oberbürgermeister von Varna / Bulgarien

Am Mittwoch den 12.5.2004 fand der inzwischen zur Tradition gewordene "Maiempfang" im Bezirksamt Eimsbüttel statt. Unter anderem werden dazu die Führungskräfte der Berufsfeuerwehrwachen und der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Bezirk Eimsbüttel eingeladen. Auch eine Delegation aus Varna / Bulgarien unter der Führung des Oberbürgermeisters Yordanov nahm an dem Empfang teil.

Während des Empfangs übergab der Bezirksamtsleiter Dr. Mandell dem völlig überraschten und sichtlich erfreuten Oberbürgermeister ein von der Feuerwehr Hamburg gespendetes Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS. Das Fahrzeug war von Angehörigen der FF Eimsbüttel vom Technikzentrum der Feuerwehr abgeholt und für den Empfang vorbereitet worden. "Auf Stichwort" fuhr das LF mit eingeschaltetem Blaulicht und Horn unter dem Beifall der Anwesenden vor dem Bezirksamt vor. Oberbürgermeister Yordanov stellte sich zusammen mit dem Bezirksamtsleiter und dem Wehrführer der FF Eimsbüttel dem Blitzlichtgewitter der Pressevertreter. In einer kurzen Rede bedankte sich der Oberbürgermeister beim Bezirksamt und bei der Feuerwehr Hamburg für das gespendete Löschfahrzeug.

Das Fahrzeug wird vermutlich im September durch Maschinisten der FF Eimsbüttel auf dem Landweg nach Varna überführt werden. Für die Fahrt, ca. 2500 Kilometer für die einfache Strecke, und die Übergabe an die dortige Feuerwehr ist eine Woche eingeplant.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein LF 16-TS auf Iveco-Fahrgestell Typ 130 D 9 mit 130 PS / 95 kW, Gewicht 9 Tonnen, Pumpenleistung 1600 Liter/min, Baujahr 1984, Kilometerstand 20700, das von den Zeppelin-Metallwerken aufgebaut wurde. Das Fahrzeug war bis zum Dezember 2003 im Einsatzdienst bei der FF Niendorf gelaufen und wird sicherlich in Varna noch viele Jahre seinen Dienst tun. In Varna sind bei einer zu Eimsbüttel vergleichbaren Bevölkerungsanzahl z. Zt. nur 4 Löschfahrzeuge stationiert und ein zusätzliches Löschfahrzeug wird mit offenen Armen aufgenommen.

Gerhard Mögling


Einige zusätzliche Informationen können sie einer Pressemitteilung zur Kooperation zwischen Varna und dem Bezirksamt Eimsbüttel und einem Artikel der Hamburger Morgenpost vom 14.05.2004 entnehmen.


Konkretere Planung der Überführung

Der endgültigen Planung zufolge sollen 2 Maschinisten der FF Eimsbüttel am Freitag, dem 24. September 2004 mit dem LF in Richtung Bulgarien abfahren. Außerdem werden 2 Mitarbeiter des Bezirksamtes mitreisen. Die Fahrt, nach letzten Erkenntnissen ungefähr 2200 Kilometer, soll in 4 Tagen zu bewältigen sein. Die Übergabe an die Feuerwehr von Varna in Anwesenheit des Bürgermeisters, einer Wirtschaftsdelegation und der örtlichen Presse ist für Montag, den 27.09. geplant.


Berichterstattung: LF-Überführung nach Varna (Bulgarien)

Die Freiwillige Feuerwehr Eimsbüttel durfte zusammen mit dem Bezirksamt Eimsbüttel ein ausgemustertes Löschfahrzeug LF 16-TS (BUND, Magirus F 130 D 9 A) vom Baujahr 1984 nach Varna (Bulgarien) überführen.

Die Kameraden Jörg Eckloff und Frank Kremer von der FF Eimsbüttel sowie die Mitarbeiter vom Bezirksamt Uwe Salz und Horst Stadelmann sind am Freitag gegen 07.30 Uhr von der Unterkunft der FF Eimsbüttel abgefahren.

Die Fahrt ging quer durch 5 Länder, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien.

 

  
An der tschechischen Grenze

 

Unsere erste Übernachtung in Tschechien, kurz hinter Prag in dem Ort Říčany. Wir haben hier ein gutes Hotel mit dem Namen Pavilon gefunden. Leider fiel in der Nacht das Computersystem aus, welches die Heizung regelt. Somit wurde es sehr warm in den Zimmern.

Am nächsten Tag sind wir um 8.15 Uhr losgefahren und bis in den Abend hineingefahren, um kurz vor der rumänischen Grenze in Ungarn zu übernachten. Unterkunft fanden wir in dem Ort Békéscsaba, das Hotel hatte eine bayrische Aufmachung. Je weiter wir an die rumänische Grenze kamen, um so schlechter wurde der Straßenzustand.

 

  
1. Übernachtung kurz hinter Prag

 

Auch am 3. Tag sind wir wieder sehr früh weitergefahren. Erste Schwierigkeiten gab es am Grenzübergang Ungarn/Rumänien, wo wir auf einen LKW-Stau von ca. 7 Km trafen. Nachdem die Zöllner mitbekamen, dass wir ein Feuerwehrfahrzeug als Geschenk nach Bulgarien bringen, wurden wir an dem Stau vorbeigelotst. Da wir an der Grenze nicht gewogen wurden, sollte uns bei der Ausreise aus Rumänien eine Überraschung erwarten, denn Wiegen ist bei der Ein- und Ausreise Pflicht in Rumänien. Nach langem Palaver durften wir endlich weiterfahren. Bis nach Bukarest konnten wir nur Landstraße fahren. Die Trucker fuhren innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften die gleiche Geschwindigkeit von ca. 90 Km/h. Wer langsamer fuhr, wurde gnadenlos überholt. Gerade in Rumänien sind die Straßen katastrophal. Gegen 22.30 Uhr sind wir an der rumänisch-bulgarischen Grenze angekommen, wo wir erwartet wurden.

 

  
Ungarn, kurz vor der rumänischen Grenze

 

Wir sind dann noch in der Nacht nach Varna durchgefahren, wo wir um 4.30 Uhr angekommen sind. Gesamtfahrzeit an diesem Tag ca. 19 Stunden.

Nach dieser Fahrt, waren alle "FERTIG" und "MÜDE".

Am Montag gegen 13.45 Uhr war offizielle Übergabe des Löschfahrzeuges an den Oberbürgermeister von Varna (Bapha).

 

  
Presserummel vor dem Rathaus in Varna


Schlüsselübergabe

 

Am Mittwoch haben wir zusammen mit der Feuerwehr Varna eine theoretische- sowie praktische Einweisung in deren "neues" LF 16 gemacht. Die Pumpe und die Schiebleiter wurden vorgestellt und die Handhabung geschult und ausprobiert.

Wir konnten einen Einblick in deren Feuerwehr bekommen und haben u.a. auch die Flughafenfeuerwehr besichtigt.

Varna kurz umschrieben:
Einwohnerzahl: ca. 330.000
Varna hat 8 Wachen der Berufsfeuerwehr, 3 in der Stadt und 5 in der Umgebung (ca. 100 Km). In der Stadt sind ständig 8 Fahrzeuge besetzt, überwiegendes Alter der Fahrzeuge: 30-35 Jahre. Der Schichtdienst: 24 Std. die nächsten 3 Tage frei, Rufbereitschaft für den nächsten Tag nach der 24-Std.-Schicht. Die Hauptfeuerwache hat ein altes "Englisches Löschfahrzeug", einen PKW als Rüstwagen, wo Stromaggregat und Schere/Spreizer verlastet sind, ein TLF8 auf Unimog-Basis, eine Drehleiter (DL- 30) ohne Korb, ein Schaumtanker mit 9.000 l Wasser und 1000 l Schaum und eine Hubrettungsbühne.

Benötigt werden vorzugsweise Löschfahrzeuge mit Wassertank und hydraulische Rettungsgeräte, sowie Handsprechfunkgeräte.

Des weiteren wurde uns die Einsatzzentrale vorgestellt. Hier stehen 2 Telefone, ein Funkgerät und ein Patchfeld für Durchsagen der einzelnen Wachen. Sämtliche Kommunikationswege werden durch einen PC aufgezeichnet.

Die Notrufnummer lautet "160".

Bericht: Jörg Eckloff
Fotos: Horst Stadelmann

  
Hauptfeuerwache in Varna


Einweisung in das Fahrzeug


Vergleich Feuerwehr Varna mit dem Bezirk Eimsbüttel

  Stadt Varna Eimsbüttel
Einwohnerzahl ca.: 330.000 250.000
Wachen der BF: 3 2
Wachen der FF: 0 7
Fahrzeuge BF (ohne RTW): 7 7
Fahrzeuge FF: 0 22
ø-Einsätze BF pro Jahr (ohne RTW): 900 ?
ø-Einsätze FF pro Jahr: 0 1.000


Berichte in der lokalen Presse

Unsere Mitglieder brachten gleich Zeitungen mit, in der über die Aktion berichtet wurden. Hier die Übersetzung der Bildunterschrift des ersten Artikels: "Ein modernes Feuerwehrfahrzeug wurde von den Partnern aus Hamburg an die Abordnung des Bürgermeisters übergeben.".




Unwetter in Varna

Am Montag, dem 27. September 2004, also am Tag der Übergabe des Fahrzeugs an die Feuerwehr in Varna, gab es dort nachmittags ein heftiges Unwetter mit großen Hagelkörnern, starkem Wind und heftigen Regenfällen.

Hier die Übersetzung eines Berichtes: "Eisstücke mit der Größe von Walnüssen beschädigten dutzende Autos und Fenster in Varna. Der Hagelschauer verwandelte die Straßen der Stadt innerhalb weniger Minuten in einen Sumpf. Die Einwohner fanden Schutz in Cafes und Kneipen und beobachteten erschreckt, wie der Wind draußen Äste von Bäumen abbrach und das Eis die Windschutzscheiben von Autos zerbrach. Viele der Häuser wurden fensterlos hinterlassen. Unmittelbar nach dem Hagelschauer folgte eine bis dahin nie erlebte Flut, nach dem die Straßen wie schlammige Flüsse aussahen. Das Wasser riss Mülltonnen, Äste und Bänke mit. Die tapferen Einwohner von Varna krempelten ihre Hosenbeine hoch und gingen los, um die ihren Fahrzeugen zugefügten Schäden zu untersuchen."

Ein paar Stichworte dazu sind in einem Forum der MSN-Gruppe "Bulgarien - Reisen, Erholen, Entdecken" zu finden. Für den Fall, das einer unserer Besucher bulgarisch spricht, hier auch ein Link zu einem Artikel der lokalen Zeitung "Cherno More" (Wir wären an einer Übersetzung interessiert, bitte bei der Mailadresse webmaster@ff-eimsbuettel.de melden).

 


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