Das Technische Hilfswerk (THW) nutzt für seine mobilen Führungsstellen der Fachgruppen "Führung / Kommunikation" (FK) - sofern sie entsprechend ausgestattet sind - Führungs-/ Kommunikationskraftwagen (FüKomKW) in Verbindung mit Führungs- und Lageanhängern (AnhFüLa). Dabei dient ein FüKomKW als Transportfahrzeug für die benötigte Ausstattung und das Personal sowie als Zugfahrzeug für den AnhFüLa. Im AnhFüLa steht ein Stabsraum zur Verfügung. Dieser wäre sonst in einem Zelt, einem anderen Fahrzeug oder in einem Gebäude einzurichten.
Nachdem das THW früher AnhFüLa von Achleitner in Österreich beschafft hatte, wurden nun 30 Exemplare bei der Firma Ewers Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH & Co. KG (Meschede) geordert, siehe deren Bericht. Ausbau und Ausstattung wurden, wie bei den FüKomKW bzw. den GW-FM der Feuerwehr Hamburg, bei der Firma Baumeister & Trabandt GmbH in Korschenbroich in Auftrag gegeben.
Die folgenden Bilder können Sie sich in einem größeren Format ansehen, wenn Sie sie anklicken!
Ansichten eines AnhFüLa des THW.
Die Feuerwehr Hamburg beteiligte sich an den Beschaffungsaufträgen und bestellte 4 Anhänger, einen für die Feuerwehrakademie sowie 3 für die 6 Freiwilligen Feuerwehren mit Fernmelde-Komponente. Die Anhänger der Feuerwehr Hamburg unterscheiden sich nur in Details von denen des THW.
Ansichten der Anhänger der Feuerwehr Hamburg im Transportzustand.
Hier einige Daten der Anhänger der Feuerwehr Hamburg:
| Kupplungssystem | Starre Deichsel, über 2 Gelenke höhenverstellbar, für Maulkupplung |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 4,4 t |
| Zulässige Achslast | Jeweils 2,2 t |
| Zulässige Stützlast | 0,5 t |
| Länge (Transportzustand) | 6,996 m - 7,252 m (abhängig von der Höheneinstellung der Deichsel) |
| Breite (Transportzustand) | 2,506 m |
| Höhe (Transportzustand) | 3,506 m |
| Lackierung | Feuerrot (RAL 3000) |
Auszug aus der Ausstattung:
Die Aufbauten der Anhänger mit Tandemachs-Fahrgestell sind als Falt-Container ausgeführt und sollen nach Herstellerangaben innerhalb von 15 Minuten einsatzbereit sein. Dazu werden an beiden Seiten Stützen ausgefahren und Deckenplatten nach oben sowie Bodenplatten nach unten geklappt. Weitere Platten bilden Abschlüsse an der Front- und Heckseite des so entstandenen Raumes mit einer Grundfläche von ca. 4 x 5 m. Seitlich wird der Raum dann durch Planen verschlossen. Die Planen sind mittig mit jeweils einer verschließbaren Öffnung versehen, durch die z. B. Meldungen an ein daneben stehendes Fahrzeug / Zelt / Gebäude durchgereicht werden können. An der für den FüKomKW / GW-FM vorgesehenen Seite befindet sich ein kurzer Verbindungsschlauch als wettergeschützter Anschluss an das Fahrzeug.
Ansichten mit ausgeklappter Decken- und Bodenplatte sowie unbefestigter Plane.
Im Inneren der Anhänger stehen Platz und Einrichtung für einen Stab bereit. An einem achteckigen Tisch (bestehend aus 3 Elementen) in der Mitte mit entsprechend vielen Stühlen finden Personen Platz, dazu an kleinen Tischen in den Raumecken. Vor den Öffnungen der Planen werden weitere Tische platziert. Mehrere Magnetwände sowie ein Beamer mit Leinwand stehen für Lagedarstellungen etc. zur Verfügung, außerdem Stauraum in Schränken, dazu Telefon- und Netzwerkanschlüsse etc. Geräte können über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung angeschlossen werden. Auch eine Klimaanlage sowie Gasheizung gehören zur Ausstattung. Für den Betrieb von Funkgeräten gibt es einen Antennenmast, dazu 2 Antennen für Radio- und Fernsehempfang.
Am Mittwoch, dem 12.11.2008 fuhren 4 Angehörige der Berufsfeuerwehr und der mit Fernmeldeaufgaben betrauten Freiwilligen Feuerwehren mit den GW-FM der Wehren Bille, Eimsbüttel und Wandsbek-Marienthal nach Korschenbroich. Zu diesem Zeitpunkt war das Fahrzeug der Feuerwehrakademie bereits für Nacharbeiten bei Baumeister & Trabandt. Nach der Ankunft und am folgenden Morgen erfolgten eine Endabnahme der Anhänger und Nacharbeiten an den GW-FM (Änderung von Stativhalterungen wegen neuer Anforderungen, kleine Änderungen an der Stromversorgung, kleinere Störungsbeseitigungen).
Gespanne vor der Überführung nach Hamburg.
Die Überführung der 4 Anhänger nach Hamburg fand dann am 13.11.2008 statt. Das komplette Gespann der Feuerwehrakademie wurde zu einer Werkstatt für eine Anpassung der Luftfederung des Zugfahrzeugs an den Anhänger-Betrieb gebracht, während die anderen Anhänger - sind noch nicht Wehren zugeordnet - zunächst an der Feuerwehrakademie abgestellt wurden. Später erfolgen noch erforderliche Arbeiten an den Anhängern durch die Technische Abteilung der Feuerwehr Hamburg, z. B. die Beklebung mit Logos.
Fotos, Text: Norbert Kölln