2007 wurde ein Prototyp für einen neuen Führungs-/Kommunikationskraftwagen (FüKomKW) für das Technische Hilfswerk (THW) fertig gestellt. Zusammen mit einem ebenfalls neu konzipierten Führungs- und Lageanhänger (AnhFüLa) bildet ein FüKomKW eine mobile Führungsstelle einer THW-Fachgruppe "Führung / Kommunikation" (FK).

Ein FüKomKW dient als Transportfahrzeug für die benötigte Ausstattung und das Personal sowie als Zugfahrzeug für den AnhFüLa. Sein Kofferaufbau ist untergliedert in den Betriebsraum für den Funk- und Fernmeldebetrieb (Nachrichtenübermittlung, -dokumentation, -aufbereitung) sowie den hinten angeordneten Geräteraum. Er bildet die Fernmeldezentrale für eine THW-Führungsstelle. Im AnhFüLa steht ein Stabsraum zur Verfügung. Dieser wäre sonst in einem Zelt, einem anderen Fahrzeug oder in einem festen Gebäude einzurichten.

Die Feuerwehr Hamburg beteiligte sich an den Aufträgen und bestellte 7 Fahrzeuge (je eines für die Freiwilligen Feuerwehren mit Fernmelde-Komponente Altona, Berliner Tor, Bille, Eimsbüttel, Harburg und Wandsbek-Marienthal sowie die Feuerwehrakademie) mit einem Kofferaufbau der Firma EMPL Fahrzeugwerk GmbH Deutschland als Ersatz für die Gerätewagen Fernmeldeausstattung (gebaut Anfang der 1980er Jahre als Fernmeldedienst-Fernsprechkraftwagen für den Bundes-Katastrophenschutz, zwischenzeitlich nach örtlichen Erfordernissen umgebaut). Unterschiede zu den Fahrzeugen für das THW: Andere Fahrgestelle (höhere Motorleistung, Automatik-Getriebe, Luftfederung), Lackierung, Ausrüstung. Auch 4 Anhänger (für 3 der Wehren und die Feuerwehrakademie) wurden geordert. Die AnhFüLa wurden zusammen mit 24 Exemplaren für das THW bei der Firma Ewers Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH & Co. KG (Meschede) in Auftrag gegeben.

Am Freitag, dem 25.07.2008 ging es morgens um 4 Uhr an der Feuer- und Rettungswache Berliner Tor für Angehörige der Berufsfeuerwehr und der mit Fernmeldeaufgaben betrauten Freiwilligen Feuerwehren mit 2 Kleinbussen los nach Korschenbroich zwischen Mönchengladbach, Krefeld und Düsseldorf. Die dort ansässige Firma Baumeister & Trabandt GmbH, betraut mit dem Ausbau und der Ausstattung der Fahrzeuge, wurde gegen 10 Uhr erreicht. Vor Ort waren bereits weitere Kollegen / Kameraden, die dort bereits in den Tagen zuvor tätig waren. Nach einem ersten Blick auf die Fahrzeuge gab es zunächst ein Frühstück. Dann erfolgte eine kurze Einweisung in die Fahrzeuge.

Die folgenden Bilder können Sie sich in einem größeren Format ansehen, wenn Sie sie anklicken!


Bei der Ankunft der Fahrer für die Überführung wurde noch an den Fahrzeugen gearbeitet.

Hier einige Fahrzeug-Daten:

HerstellerMAN
TypTGL 12.240
Motor6-Zylinder-Diesel mit Direkteinspritzung, Aufladung und Ladeluftkühlung
Leistung177 kW (240 PS) bei 2400 U/min.
Anhängerkupplungen  Maulkupplung, Kugelkopfkupplung
Radstand5,2 m
Länge8,1 m
Breite2,55 m
Höhe3,57 m
Fahrgastsitze6, davon 3 im Betriebsraum
LackierungFeuerrot (RAL 3000)


Außenansichten, z. T. mit Witterungsschutz am Heck.

Auszug aus der Ausstattung:


Blick in den Geräteraum, Teleskop-Antennenmast, Heckansicht bei geschlossenem Geräteraum.


Innenansichten des Betriebsraums.


Bedienelemente für einen Teil der Funkgeräte in der Fahrerkabine.

Gegen 13 Uhr - nach Abschluss der letzten Arbeiten an den Fahrzeugen - startete die Überführung nach Hamburg, wo sie gegen 20 Uhr eintrafen. Das für die Feuerwehrakademie bestimmte wurde zur Technischen Abteilung der Feuerwehr Hamburg für die noch erforderlichen Vorbereitungen gebracht. Dort erfolgen nach und nach an den einzelnen Fahrzeugen z. B. die Beklebung mit Logos etc. sowie die Beladung mit noch nicht an Bord befindlichen Ausrüstungsgegenständen. Die anderen Fahrzeuge - noch nicht den einzelnen Wehren zugeordnet - wurden an der Feuerwehrakademie abgestellt.


Gruppenbild der überführten Fahrzeuge.

Ein Teil der Ausstattung wird noch vom jeweiligen Vorgänger-Fahrzeug GW-FM (alt) übernommen.

Zur Überführung der Fahrzeuge ist auch ein Bericht auf der Webseite der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg mit weiteren Informationen und Bildern entstanden.

Fotos, Text: Norbert Kölln


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