Was passiert, wenn lediglich ein Schnapsglas voll Wasser in einen Topf mit brennendem Öl
gegossen wird? Auf unserer
Webseite "Fett- und Ölbrände" kann man das
nachlesen, die FF Eimsbüttel demonstrierte das nun 2-mal eindrucksvoll: eine meterhohe
Stichflamme schießt unter den neugierigen Blicken vieler Schaulustiger aus dem Topf hoch.
Was normalerweise in der eigenen Küche eine lebensgefährliche Aktion ist, konnte hier unter
kontrollierten Bedingungen gezeigt werden. Dazu gab es über eine Lautsprecheranlage (zur
Verfügung gestellt von der
Jugendfeuerwehr Hamburg,
vielen Dank dafür auch auf diesem
Wege) Erklärungen und Hinweise auf das richtige Verhalten im Ernstfall. Dies war aber nur eine der
vielen Vorführungen und Aktionen beim Frühjahrsfest am 24.5.2008.
"Schlauchtrupp zur Erstversorgung mit Koffer und Decke vor" hieß es dann bei der ersten Übung
der Jugendfeuerwehr. "Alarmiert" wurde diese zu einem Feuer klein, brennt Pkw ... normalerweise
eine vielfach geübte Standardlage. Hier war neben der Brandbekämpfung jedoch auch der verletzte
und nicht ansprechbare Fahrer aus dem Fahrzeug zu retten und zu versorgen. Aber diese
Herausforderung meisterten die Jugendlichen mit Bravour.
Weshalb Spraydosen nicht bei hohen Temperaturen, wie sie im Sommer durchaus auch in
geparkten Fahrzeugen auftreten können, gelagert werden sollten, zeigte im Anschluss daran eine
kommentierte Vorführung, bei der eine solche Dose in einer speziellen Vorrichtung (dankenswerter
Weise bereitgestellt von Björn Schmidtke,
www.brandmauer-nord.de)
und damit kontrolliert zum Zerknall gebracht wurde.
Das fachgerechte "Zerlegen" eines Pkw (der Dank für die Bereitstellung geht an die Firma
Autoverwertung Lensch)
wurde dann von der Freiwilligen Feuerwehr demonstriert - allerdings nicht im Rahmen
einer Übung, sondern als Vorführung. Es wurde gezeigt, wie viele Schritte, welches Maß an
Koordination und welches fachliche Können eine solche "patientengerechte Rettung" verlangt -
eine Rettungsform, bei der im Ernstfall der Patient unter ständiger medizinischer Versorgung so
schonend wie möglich befreit wird und nach der daher - wenn immer möglich - vorgegangen wird.
Deutlich wurde hier auch, dass der Zeitaufwand dafür sehr hoch ist.
Hiernach sollte die Jugendfeuerwehr nochmals ihr Können bei einem angenommenen Flächenbrand zeigen. Wie bei der ersten Schauübung wurden die "Einsatzkräfte" mit dem Alarmierungssignals eines Meldeempfängers über die Lautsprecheranlage von ihren gerade ausgeübten Tätigkeiten zusammengerufen. Sie zeigten denn Besuchern so gleich die Abläufe bei einem realen Einsatz: Die Kräfte kommen aus den unterschiedlichsten Richtungen, laufen in die Wache, ziehen sich schnell um und besetzen die Fahrzeuge. Innerhalb von kurzer Zeit waren von den Jugendlichen drei Strahlrohre vorgenommen worden und das angenommene Feuer gelöscht. Aber die erwähnten Vorführungen der JF waren nicht die einzigen Aktivitäten der Kids: Sie unterstützten weitere Aktivitäten oder führten sie komplett in Eigenregie durch. Ohne ihren Einsatz wären so manche Programmpunkte nicht möglich gewesen. Die "Großen" sagen Danke dafür!
Was aber wäre ein Fest ohne Spiele für die ganz Kleinen? Auch hier wurde einiges geboten.
Hauptattraktion war sicherlich die Hüpfburg, die von Anfang an bis zum Schluss durchgängig von
begeisterten Kindern genutzt wurde. Selbstgemalte Buttons konnten erstellt werden, während
sich der potentielle Nachwuchs schon einmal im Spritzen auf das Spielhaus der Jugendfeuerwehr fit
machen und beim Dosenwerfen bzw. -spritzen beweisen konnte. Lehrreich war hoffentlich eine
Position, an der den kleinen Festbesuchern beigebracht wurde, wie die Feuerwehr alarmiert werden
kann und soll.
Für das leibliche Wohl wurde vom
Förderverein der FF und JF Eimsbüttel
mit Würsten,
Steaks, Kuchen, Waffeln, Kaffee und Kaltgetränken gesorgt. Für deren Genuss standen
Sitzgelegenheiten zur Verfügung (z. T. entliehen von der FF Lokstedt). Sehr gefragt waren
auch Erinnerungsfotos - Kinder wurden in Feuerwehrfahrzeugen fotografiert, die Bilder wurden
sofort ausgedruckt und konnten gleich mitgenommen werden. Dies war Dank einer Spende von
Karstadt
in der Osterstraße möglich. Außerdem wurde eine Tombola mit interessanten
Preisen veranstaltet, darunter z. B. ein DVD-Player und eine Zapfanlage. Auch hier sind
Danksagungen notwendig: an die Vereinsmitglieder, die auch an weiteren Stellen geholfen haben
und "nebenbei" über ihre Arbeit informierten, an die Kuchenspender und an die Spender von
Preisen für die Tombola.
Auch das fachliche Interesse so mancher Festbesucher konnte befriedigt werden. Mehrere
Feuerwehrfahrzeuge und diverse Geräte konnten ausgiebig besichtigt werden. Neben den eigenen
Fahrzeugen waren auch Kameraden
der FF Elmshorn mit ihrem
Teleskopmastfahrzeug TM 32 vertreten und zeigten dessen Verwendung bis hin zum Löscheinsatz.
Kameraden der FF Bokholt-Hanredder zeigten ihr Löschfahrzeug vom Typ LF 8/6 in der
kleinen Ausstellung. Ebenfalls zu sehen war "Löschi", eine BMW Isetta der
FF Schnelsen.
Kurzzeitig stand auch ein Rettungswagen der Feuer- und Rettungswache im Basselweg zur
Besichtigung bereit. Dieser musste allerdings recht schnell auf Grund von Einsätzen wieder
abrücken. Den beteiligten Wachen und Wehren gebührt ein Dankeschön für die Mitwirkung!
Die Kräfte der FF Eimsbüttel brauchten trotz der während des Festes weiterhin bestehenden Einsatzbereitschaft glücklicher Weise nicht auszurücken. Andere für die Schau vorgesehene Fahrzeuge konnten allerdings gar nicht erst vorbeikommen: Das Notarzteinsatzfahrzeug der Wache Rotherbaum sowie das Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 mit seinem Trägerfahrzeug von der Wache Süderelbe.
Weitere Informationen wurden in vielen Gesprächen vermittelt. Darüber hinaus lief dauerhaft ein Präsentationsfilm. Der war übrigens zuvor auch schon in einem der FF zur Verfügung gestellten Schaufester bei Karstadt in der Osterstraße zu sehen - auf einem ebenfalls bereitgestellten großen Bildschirm. Dort waren dann auch ein großes Banner, Schutzkleidung, einige Geräte und Plakate für das Frühjahrsfest zu betrachten. Noch ein Grund für ein Dankeschön in Richtung Karstadt!
Feuerwehr-Souvenirs? Die gab es auch. Plüsch-Löwen in Feuerwehrbekleidung auf einem Stand, Spielzeug, Kleidung, Lektüre etc. auf einem anderen vom hamburgerfeuerwehrshop.de.
Das aber fast wichtigste war: Petrus zeigte sich überaus gnädig, ließ die Sonne zuerst lange scheinen und sorgte dann, als es fast zu warm wurde, mit einigen Wolken wieder für etwas Abkühlung. Ein tolles Wetter für ein tolles Fest, welches sicher nicht das letzte dieser Art war.
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Fotos: Tim Korves, Karl Schreiber, Jan Beuershausen
Text: Jörn Rüffer, Norbert Kölln